Neues Psychisch-Kranken-Gesetz in Niedersachsen: Mehr Prävention, mehr Debatten

Admin User
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Ein Krankenwagen steht auf der linken Seite einer Straße, während auf der rechten Seite ein Zelt eine Gruppe von Menschen schützt, mit einem Tisch und einem Stuhl in der Nähe.

Neues Psychisch-Kranken-Gesetz in Niedersachsen: Mehr Prävention, mehr Debatten

In Deutschland wird derzeit bundesweit diskutiert, wie mit psychisch erkrankten Personen nach gewalttätigen Vorfällen umgegangen werden soll, bei denen mutmaßlich Täter mit psychischen Erkrankungen beteiligt waren. Jährlich sind Millionen Menschen in Deutschland von psychischen Erkrankungen betroffen – allein 2024 erhielten über 850.000 Patientinnen und Patienten eine Behandlung in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken. Die Debatte hat bereits zu gesetzlichen Anpassungen geführt, insbesondere in Niedersachsen, wo ein neues Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) eingeführt wird.

2023 wurden in Deutschland 4,3 Millionen Einzelpsychotherapien registriert, die einer vorherigen Genehmigung bedurften. Trotz dieser hohen Zahl betont die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen, dass psychisch erkrankte Menschen generell kein höheres Gewaltrisiko darstellen. Sie fordert einen evidenzbasierten Umgang mit der Thematik.

Die überarbeitete Fassung des Niedersächsischen Psychisch-Kranken-Gesetzes (NPsychKG) spiegelt die wachsende Sorge wider, mögliche Risiken im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen besser zu steuern. Durch erweiterte Datenaustauschmöglichkeiten und eine Ausweitung der Polizeibefugnisse soll das Gesetz präventive Maßnahmen stärken. Fachleute weisen jedoch weiterhin darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit psychisch erkrankter Menschen kein gewalttätiges Verhalten zeigt.