24 February 2026, 22:47

Neuer Bischofsvorsitzender: Heiner Wilmer will Kirche zwischen Tradition und Reform führen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Priesterrobe, der eine weiße Robe mit schwarzem Kragen und Manschetten und einen schwarzen Hut mit einer weißen Feder trägt, mit gefalteten Händen und einem ernsten Gesichtsausdruck.

Neuer Bischofsvorsitzender: Heiner Wilmer will Kirche zwischen Tradition und Reform führen

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Er löst damit Bischof Georg Bätzing aus Limburg ab, der die Konferenz in den vergangenen sechs Jahren geleitet hat. Wilmer gilt als Brückenbauer zwischen konservativen und reformorientierten Katholiken in Deutschland.

Geboren 1961, trat Wilmer 1980 der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester bei. Nach einem Studium der Theologie und Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom übernahm er verschiedene Führungsaufgaben. Von 1998 bis 2007 leitete er das Gymnasium Leoninum in Handrup, wo später bekannt wurde, dass ein Lehrer sexuelle Belästigungen begangen hatte.

Der Vorfall an der Schule wurde erst Jahre nach den Geschehnissen öffentlich bekannt. Wilmer hat seitdem Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Falls eingeräumt. Dennoch hat sein Bistum alternative Führungsmodelle eingeführt, darunter die Besetzung von Spitzenpositionen mit Frauen.

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Wilmer setzt sich für eine Modernisierung der katholischen Lehre in Fragen der Sexualität ein. Er fordert eine Erneuerung der Sexualmoral und zeigt sich offen für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare. Mit dieser Haltung positioniert er sich als Vermittler in den laufenden Debatten der Kirche.

Als neuer Vorsitzender der deutschen Bischöfe steht Wilmer vor der Herausforderung, vergangene Versäumnisse aufzuarbeiten und gleichzeitig Reformen voranzutreiben. Seine Wahl deutet auf eine Neuausrichtung hin, die Transparenz und Dialog stärker in den Vordergrund stellt. Wie die Kirche ihre nächsten Schritte gestaltet, wird davon abhängen, wie es seiner Führung gelingt, Tradition und Wandel in Einklang zu bringen.