Neue Enthüllungen: Winterkorn wusste früher vom VW-Abgasskandal als bekannt
Hannah BöhmNeue Enthüllungen: Winterkorn wusste früher vom VW-Abgasskandal als bekannt
Neue Details zum Abgasskandal von Volkswagen sind ans Licht gekommen. Demnach soll der damalige Konzernchef Martin Winterkorn bereits Monate vor Bekanntwerden der Affäre über die manipulierende Software informiert worden sein. Die Enthüllung verschärft die laufenden Ermittlungen wegen Betrugs und Marktmanipulation gegen das Unternehmen.
Am 27. Juli 2015 unterrichtete ein VW-Abgasfachmann Winterkorn und den damaligen Markenchef Herbert Diess über die betrügerische Software, mit der weltweit in rund 11 Millionen Fahrzeugen Abgastests manipuliert wurden. Kurz nach dem öffentlichen Bekanntwerden des Skandals trat Winterkorn von seinem Posten zurück.
Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wurde Matthias Müller, der die Strategie „2025“ einführte. Diese zielt auf Elektromobilität, digitale Dienstleistungen und autonomes Fahren ab und soll das Geschäftsmodell von Volkswagen grundlegend erneuern.
Im Aufsichtsrat des Konzerns sitzen einflussreiche Persönlichkeiten. Ferdinand Piëch, lange als Patriarch der Volkswagen Gruppe gesehen, übte über Jahre hinweg beträchtlichen Einfluss aus. Sein Nachfolger Hans Dieter Pötsch führt heute den Aufsichtsrat, steht jedoch selbst wegen des Verdachts auf Marktmanipulation unter Untersuchung. Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident Niedersachsens, gehört ebenfalls dem Präsidium des Gremiums an. Wolfgang Porsche, ein zentrales Mitglied der Porsche/Piëch-Familie, bleibt eine prägende Figur im Unternehmen.
Gegen Winterkorn und Pötsch laufen weiterhin Ermittlungen wegen ihrer Rolle im Skandal. Die im Mittelpunkt stehende Software betraf Millionen von Fahrzeugen weltweit. Unter Müllers Führung arbeitet Volkswagen weiterhin an der Umstrukturierung des Konzerns, während die juristischen Verfahren voranschreiten.






