10 May 2026, 14:33

Nayib Bukele: Wie El Salvadors Präsident mit Social Media und Härte regiert

Mauer mit Graffiti, das "Freiheit und Demokratie" in großen schwarzen Buchstaben liest, unter einem Geländer und über einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Nayib Bukele: Wie El Salvadors Präsident mit Social Media und Härte regiert

El Salvadors Präsident Nayib Bukele hat die politische Kommunikation durch soziale Medien neu definiert – mit einer Mischung aus Ironie, Provokation und emotionaler Ansprache. Doch sein Einfluss beschränkt sich nicht auf Rhetorik: Mit Maßnahmen wie dem Gefängnis CECOT untermauert er das Narrativ von Kontrolle und Ordnung in einem Land, das mittlerweile die höchste Inhaftierungsrate der Welt aufweist.

Bukeles Aufstieg basiert maßgeblich auf digitalen Plattformen, wo er sich mal als „CEO von El Salvador“, mal als „Philosophenkönig“ inszeniert. Diese Selbstdarstellung stilisiert seine Führung als effizient und visionär. Gleichzeitig entkräftet er mit augenzwinkernder Selbstbezeichnung als „Diktator von El Salvador“ auf X (ehemals Twitter) vorwegnehmend Kritik, indem er den Vorwurf selbst aufgreift.

Das im Februar 2023 eröffnete Gefängnis CECOT ist das größte Haftzentrum Lateinamerikas. Es dient einem doppelten Zweck: als Instrument der Masseninhaftierung und als Symbol staatlicher Übermacht über vermeintliches Chaos. Forscherinnen wie Amparo Marroquín argumentieren, dass solche Schritte ein System selektiver Sichtbarkeit schaffen, in dem Desinformation und falsche Dichotomien die öffentliche Wahrnehmung prägen.

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Kritik wird systematisch unterdrückt – besonders gegen das investigativ arbeitende Medium El Faro. Bukeles Regierung diskreditiert die Redaktion als „politische Gruppe, die sich als Journalismus tarnt“, und wirft ihr vor, Teil einer internationalen Verschwörung zu sein. Diese Taktik reiht sich ein in breitere Bemühungen, abweichende Stimmen zu delegitimieren und die Deutungshoheit zu behalten.

Um jüngere Wählerinnen und Wähler anzusprechen, kündigte Bukele seine Wiederwahlkampagne mit einem Video im Stil einer Netflix-Serie an. Der Coup zeigt seine Strategie, Politik mit Unterhaltung zu verschmelzen und seine Botschaften jenseits traditioneller Kanäle zu verbreiten.

Bukeles Präsidentschaft verbindet Inszenierung mit repressiver Politik: Gefängnisse wie CECOT demonstrieren Stärke, während soziale Medien sein Image verstärken. Die Schwächung kritischer Stimmen und die Diffamierung von Opposition als „verschwörerisch“ haben seinen Einfluss gefestigt – und die politische Landschaft El Salvadors wird zunehmend von seinen gezielt gestalteten Narrativen geprägt.

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