10 May 2026, 12:30

Mozarts Così fan tutte wird zum radikalen Beziehungsexperiment auf der Bühne

Old black-and-white photograph of a man in a tuxedo playing a flute on stage, eyes closed in concentration, with slicked-back hair and stage lighting illuminating his face.

Mozarts Così fan tutte wird zum radikalen Beziehungsexperiment auf der Bühne

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in der kommenden Spielzeit ein ungewöhnliches Experiment: Mozarts Così fan tutte wird nicht als klassische Oper, sondern als lebendiges Beziehungsexperiment auf die Bühne gebracht. Unter der Regie von Marie-Ève Signeyrole entsteht eine provokante Inszenierung, die traditionelle Opernkonventionen hinterfragt und das Publikum aktiv einbindet.

Im Zentrum der Aufführung steht Don Alfonso, der das Experiment als Campus-Spiel an einer fiktiven Kunsthochschule inszeniert. Die Bühne verwandelt sich in einen Hörsaal, während das Publikum zur Studierendenschaft wird. Die Grenze zwischen Darstellern und Zuschauern wird bewusst aufgehoben, um die Zuschauer in Echtzeit mit den Themen von Liebe, Treue und Verführung zu konfrontieren.

Zwanzig junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren werden direkt in die Handlung eingebunden und nehmen als Teil der Darstellung auf der Bühne Platz. Regisseurin Signeyrole verzichtet dabei auf den gewohnten Opernglanz und setzt stattdessen auf rohe Emotionen und unangenehme Wahrheiten. Ihr Ziel ist es, Mozarts Werk als zeitgenössische Erkundung zwischenmenschlicher Dynamiken neu zu interpretieren.

Das Theater setzt mit einem Eintrittspreis von nur 10 Euro auf Zugänglichkeit. Damit will man gezielt ein junges, experimentierfreudiges Publikum ansprechen, das sich auf dieses ungewöhnliche Bühnenerlebnis einlassen möchte.

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Die Inszenierung von Così fan tutte markiert einen radikalen Bruch mit der klassischen Operntradition. Durch die aktive Einbindung des Publikums und den Verzicht auf opulente Bühneneffekte entsteht ein direkter, oft konfrontativer Dialog über Beziehungen – ganz im Sinne von Mozarts kritischem Blick auf menschliche Schwächen.

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