Millionen-Grab Thalasso-Spa treibt Wangerland Touristik in die Pleite
Teures Spa-Projekt treibt Wangerland Touristik GmbH in den Ruin
Ein kostspieliges Spa-Projekt hat die kommunale Wangerland Touristik GmbH (WTG) in die finanzielle Pleite getrieben. Nach einer Kostenexplosion beim Thalasso-Meeres-Spa in Wangerland – von ursprünglich geplanten 8,8 Millionen Euro auf schließlich 23 Millionen Euro – musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Nun werden zentrale Vermögenswerte veräußert, um die Schulden zu begleichen.
Das Thalasso-Meeres-Spa sollte eigentlich den Tourismus in Wangerland beleben. Doch die Baukosten stiegen ins Unermessliche und überstiegen das Budget um fast das Dreifache. Ohne Aussicht auf Erholung meldete die WTG im Juli 2025 Insolvenz an.
Die Folgen des Debakels beschränken sich nicht auf das Spa. Auch die benachbarte Friesland-Therme in Horumersiel, ebenfalls im Besitz der WTG, wurde geschlossen und steht nun zum Verkauf. Ein weiterer wichtiger Vermögenswert, der Campingplatz Schillig – einer der größten und beliebtesten Deutschlands –, wurde ebenfalls auf den Markt gebracht, um die Finanzlage des Unternehmens zu stabilisieren.
Hinzu kommen juristische Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft derzeit einen ehemaligen WTG-Geschäftsführer wegen des Verdachts auf Pflichtverstöße. Die Vorwürfe reichen von verzögerter Insolvenzanmeldung über Untreue bis hin zu Bilanzfälschung. Unklar bleibt indes, wie sich der wirtschaftliche Niedergang auf die Region und die 180 Mitarbeiter des Unternehmens auswirkt.
Aktuelle Zahlen zur finanziellen Situation der WTG oder zu den Auswirkungen der Insolvenz auf lokale Arbeitsplätze liegen nicht vor. Recherchen fördern lediglich die ursprüngliche Insolvenzmeldung und die damals geäußerten Bedenken zutage.
Der Verkauf des Campingplatzes Schillig und der Friesland-Therme soll die Schuldenlast der WTG verringern. Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Geschäftsführer laufen weiter – mögliche rechtliche Konsequenzen sind nicht ausgeschlossen. Die langfristigen Folgen für den Tourismussektor und die Beschäftigten in Wangerland bleiben vorerst ungewiss.