Merz plant radikale Rentenreform mit Kapitaldeckung und Mindestrente
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Pläne für eine umfassende Rentenreform angekündigt. Die Regierung wird alle Vorschläge der Rentenkommission umsetzen, darunter ein neues kapitalgedecktes Rentensystem sowie eine Mindestrente zur Bekämpfung der Altersarmut.
Die Rentenkommission schlägt vor, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu ein Prozent des Bruttolohns in die kapitalgedeckte Rente einzahlen. Allerdings sind mit Investitionen in die Kapitalmärkte Gebühren und Provisionen für Finanzdienstleister verbunden. Zudem birgt das Modell Risiken, da Marktschwankungen die Erträge schmälern können – wie jüngst die Reaktionen auf die Maßnahmen von Donald Trump gezeigt haben.
Geplant ist außerdem, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, was die Arbeitszeit verlängert und die Rentenansprüche effektiv kürzt. Kritiker monieren, dass diese Regelung wohlhabendere Bevölkerungsgruppen begünstige, da einkommensschwächere Schichten in der Regel eine geringere Lebenserwartung hätten.
Trotz der Reformen bleibt das umlagefinanzierte Rentensystem stabil und krisenfest. In den vergangenen 20 Jahren ist sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt gesunken, gleichzeitig erzielte es sichere Renditen von über drei Prozent pro Jahr. Die Behauptung, jüngere Beitragszahler profitierten nicht vom System, wurde als falsch zurückgewiesen.
Die Reformen zielen darauf ab, die kapitalgedeckte Rente neben den bestehenden Leistungen einzuführen. Die Mindestrente soll durch erhöhte Bundeszuschüsse finanziert werden. Die Regierung betont, dass diese Maßnahmen die Armut im Alter bekämpfen und gleichzeitig die Stabilität des Systems erhalten werden.
