Melanie Amann über Journalismus, AfD-Berichterstattung und ihren neuen Podcast-Kanal
Noah WeberMelanie Amann über Journalismus, AfD-Berichterstattung und ihren neuen Podcast-Kanal
Melanie Amann, ehemalige stellvertretende Chefredakteurin des Spiegel, sprach kürzlich in einem ausführlichen Gespräch mit dem YouTuber Benjamin Berndt. Ihr fast dreieinhalbstündiges Gespräch drehte sich um Journalismus, Ethik und die Herausforderungen bei der Berichterstattung über die rechtspopulistische AfD in Deutschland. Der unter dem Titel Dein Podcast ist gefährlich veröffentlichte Austausch wurde später auf Amanns neuem persönlichen Kanal Amann Unframed veröffentlicht.
Amann und Berndt, der online als Ben ungeskriptet bekannt ist, erörterten, warum traditionelle Medien es oft nicht schaffen, Zielgruppen so effektiv zu erreichen wie unabhängige Content-Creator. Sie hinterfragte, weshalb Medienhäuser wie der Spiegel – wo sie jahrelang arbeitete – selbst bei gleichen Themen nicht an die Reichweite von YouTubern herankommen.
Im Gespräch gab Amann zu, Berndts Erfolg zu beneiden. Zudem berichtete sie, dass öffentliche Reaktionen auf ihre Arbeit sie zunehmend belasteten und ihren Umgang mit Diskussionen über umstrittene Persönlichkeiten prägten.
Eine kritische Wendung nahm das Gespräch, als es um Berndts vierstündiges Interview mit dem AfD-Politiker Björn Höcke ging. Zwar räumte Amann ein, dass viele AfD-Vertreter, denen sie beim Spiegel begegnete, professionell und höflich auftraten. Gleichzeitig betonte sie jedoch, wie wichtig es sei, in der Berichterstattung über die Partei moralisierende oder belehrende Töne zu vermeiden.
Der zweite Teil ihres Dialogs erschien exklusiv auf Amann Unframed, ihrer neuen Plattform. Dort plant sie, künftig weitere Podcast-Diskussionen zu veranstalten und so ihre Auseinandersetzung mit Medien und Politik aus einer neuen Perspektive fortzusetzen.
Der Titel des Podcasts, Dein Podcast ist gefährlich, unterstreicht Amanns Bedenken gegenüber Berndts Methoden. Ihr neuer Kanal bietet nun Raum für ungefilterte Gespräche, frei von den Zwängen des traditionellen Journalismus. Der Austausch markiert einen Wandel in der Art, wie sie mit ihrem Publikum kommuniziert – und wie sie sich im sich verändernden Medienlandschaft positioniert.






