Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Einsatz für Demokratie in Belarus
Hannah BöhmSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Einsatz für Demokratie in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der prodemokratischen Bewegung in Belarus, ist mit dem renommierten Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren jahrelangen Einsatz für freie Wahlen und demokratische Rechte angesichts anhaltender Repression. Die Preisverleihung fand am Wochenende in einem feierlichen Akt im historischen Krönungssaal von Aachen statt.
Kolesnikowa war 2020 erstmals inhaftiert worden, nachdem sie an Massenprotesten gegen den autoritären Machthaber Belarus', Alexander Lukaschenko, beteiligt gewesen war. Ein Gericht verurteilte sie wegen ihrer Rolle bei der Organisation von Demonstrationen zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie. Erst im Dezember 2025 kam sie frei, nachdem Deutschland ihr Asyl angeboten hatte.
Bei der Verleihung am Samstag bezeichnete Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, ihre Anwesenheit als ein "starkes Signal" an alle, die in Europa weiterhin für Freiheit kämpfen. Der seit 1950 jährlich verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die europäische Einigung und demokratische Werte verdient gemacht haben.
Seit ihrer Freilassung genießt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Unterdessen hat sich die politische Lage in Belarus unter Lukaschenkos Herrschaft kaum verändert. Oppositionelle stehen weiterhin unter strenger Überwachung, während das Land seine Bindungen zu Russland vertieft hat – geprägt durch engere militärische Zusammenarbeit und wirtschaftliche Abhängigkeit.
Die Auszeichnung unterstreicht Kolesnikowas beharrlichen Kampf für Demokratie trotz der anhaltenden Unterdrückung in Belarus. Ihr Fall verdeutlicht zugleich die Herausforderungen, denen sich oppositionelle Stimmen im Land gegenübersehen, wo politische Freiheiten nach wie vor massiv eingeschränkt sind. Deutschlands Entscheidung, ihr Asyl zu gewähren, spiegelt die internationale Besorgnis über die Menschenrechtssituation in der Region wider.