Madsack übernimmt *Nordwest-Zeitung* – Ende einer Familienära mit NS-Vergangenheit

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Zeitungsvorderseite mit mehreren Anzeigen und Schlagzeilen.

Madsack übernimmt *Nordwest-Zeitung* – Ende einer Familienära mit NS-Vergangenheit

Die Madsack Mediengruppe wird Anfang 2026 die Nordwest Mediengruppe übernehmen und beendet damit eine jahrzehntelange Familienära. Zu den übergehenden Vermögenswerten gehört die Nordwest-Zeitung (NWZ), eine traditionsreiche Oldenburger Tageszeitung mit tiefen historischen Wurzeln in der Region. Mit dem Deal schließt zugleich das letzte Kapitel der Oldenburger Nachrichten, einer Zeitung mit belasteter Vergangenheit, die später in der NWZ aufging.

Die Ursprünge der NWZ reichen bis in die 1930er-Jahre zurück, als die Oldenburger Nachrichten zum Propagandainstrument der Nationalsozialisten wurden. Unter der Leitung des Geschäftsführers Fritz Bock unterstützte das Blatt die Hinrichtung politischer Gegner, Juden und sogenannter „Volksschädlinge“. Bock selbst trat 1940 der NSDAP bei und erhielt die Mitgliedsnummer 7.513.982. 1943 zwangen kriegsbedingte Papierknappheit und Umstände die Zeitung zur Fusion mit einer lokalen NS-Parteipublikation.

Nach Kriegsende nahm Bock Kontakt zu den britischen Besatzungsbehörden auf – mit unerwarteter Wendung: 1946 erteilte ihm die Britische Militärregierung gemeinsam mit dem Mitgründer Joachim Pabst die Lizenz für eine Neugründung. Sie nannten die Zeitung Nordwest-Zeitung und nutzten dieselben Räumlichkeiten, in denen einst die Oldenburger Nachrichten produziert worden waren.

Jahrzehntelang blieb die NWZ im Besitz der Familien Köser und von Bothmer. Später führte die Zeitung den Namen Oldenburger Nachrichten im Titel wieder ein, nachdem der Kopf der Zeitung neu etabliert worden war. Mit der Übernahme durch Madsack endet nun die Ära der Familientradition, und die NWZ tritt in eine neue Phase unter Konzernführung ein.

Der Wechsel von Familien- zu Konzernbesitz markiert einen Einschnitt für die NWZ, deren Geschichte – von den NS-Wurzeln bis zur Nachkriegs-Neugestaltung – Teil ihres Erbes bleibt. Die Transaktion soll Anfang 2026 abgeschlossen werden und den Übergang endgültig besiegeln.