Luftfahrtbranche in Deutschland kämpft mit Rekordkosten und schwacher Nachfrage
Lotta BrandtLuftfahrtbranche in Deutschland kämpft mit Rekordkosten und schwacher Nachfrage
Deutschlands Luftfahrtbranche steht unter massivem Druck, da steigende Kosten und schwache Nachfrage die Airlines in die Zange nehmen. Die Branche kämpft mit explodierenden Kerosinpreisen, höheren Fluggastabgaben und einer lahmen Konjunktur. Bereits jetzt zwingen diese Herausforderungen Fluggesellschaften dazu, Verbindungen zu streichen und ihren Betrieb einzuschränken.
Die Krise spitzte sich im Mai 2023 weiter zu, als die Spirit Airlines nach 62 Jahren den Betrieb einstellte – mit Verweis auf nicht mehr tragbare Rahmenbedingungen. Im selben Monat erhöhte die Bundesregierung die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent, was die Airlines zusätzlich belastete. Die Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2022 mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten aus. Allein die Lufthansa rechnet in diesem Jahr mit 1,7 Milliarden Euro zusätzlicher Spritkosten.
Bis Oktober 2023 wird die Lufthansa 20.000 Kurzstreckenflüge streichen und so 40.000 Tonnen Kerosin einsparen. Trotz dieser Kürzungen liegen die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie. 2025 fertigten deutsche Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Die Oppositionspartei AfD fordert die komplette Abschaffung der Luftverkehrsteuer bis zum 1. Dezember 2024. Die Regierung hingegen schlägt eine Senkung der Steuer um 16,1 Prozent vor, um die Belastung zu verringern. Doch selbst mit diesen Maßnahmen warnen Branchenexperten, dass die für Juni 2023 geplante Nationale Luftfahrtstrategie Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit kaum wiederherstellen werde.
Die Airlines bleiben mit hohen Betriebskosten und nachlassender Nachfrage konfrontiert. Die vorgeschlagenen Steuersenkungen bringen zwar etwas Entlastung, doch die Zukunft der Branche bleibt ungewiss. Ohne entschlossenere Maßnahmen drohen weitere Flugstreichungen und finanzielle Engpässe.






