Kulturschaffende kämpfen um drei Prozent des Berliner Haushalts vor der Wahl
Lotta BrandtKulturschaffende kämpfen um drei Prozent des Berliner Haushalts vor der Wahl
Berlins Kulturszene startet Kampagne für mehr Fördergelder vor der September-Wahl
Die Berliner Kulturbranche hat eine Initiative ins Leben gerufen, um die Förderung der Künste vor der Wahl im September in den Fokus zu rücken. Die Aktion „Berlin ist Kultur“ eröffnete ihre Themenwoche mit einem Manifest, das stärkere finanzielle Unterstützung fordert. Nur eine Handvoll lokaler Politiker nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur verlangt. Zudem wird gefordert, verlässliche Förderstrukturen zu schaffen, um Schließungen wie die drohende des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße zu verhindern. Unterstützer haben für die Kandidaten „Wahl-Prüfsteine“ entwickelt, darunter das Versprechen, die kulturelle Bildung zu stärken.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, sprach bei der Veranstaltung. Er kritisierte jüngste Kürzungen als kurzsichtig und berichtete, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein eigenes Leben geprägt habe. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Lage der Branche mit Ikarus – erst gefeiert, dann fallen gelassen.
Unter den wenigen anwesenden Politikern waren Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg. Keine weiteren Berliner Amtsträger nahmen am Auftakt teil. Der Kampagnenslogan „#deineStimmefürKultur“ richtet sich an die Wähler vor der Abstimmung am 20. September.
Die Initiative will Kultur zu einem zentralen Wahlkampfthema machen. Zu den Forderungen gehören stabile Fördermittel und ein größerer Haushaltsanteil für die Künste. Die Aktionswoche markiert den Beginn einer breiter angelegten Offensive, um vor dem Wahltag politische Zusagen zu sichern.






