13 June 2026, 20:32

Kolumbiens Wahlkampf wird zum Fußball-Duell vor der Stichwahl

Cepeda schlägt vor, dass Kolumbien eine Weltmeisterschaft ausrichtet; Gegner beschuldigen ihn, auf diese Weise Stimmen zu gewinnen

Kolumbiens Wahlkampf wird zum Fußball-Duell vor der Stichwahl

Im Präsidentschaftsrennen Kolumbiens hat der Wahlkampf eine unerwartete Wendung genommen: Fußball rückt in den Mittelpunkt der Debatte. Der linksgerichtete Kandidat Iván Cepeda schlug vor, das Land solle sich um die Austragung der FIFA-Weltmeisterschaft bewerben, und präsentierte dies als nationale Priorität. Die Idee hat eine kontroverse Diskussion ausgelöst – nur wenige Wochen vor der Stichwahl am 21. Juni gegen seinen rechtsextremen Herausforderer Abelardo de la Espriella.

Cepeda ging als Favorit in die Stichwahl, nachdem er vor der ersten Runde am 31. Mai in den Umfragen geführt hatte. Doch De la Espriella sicherte sich 43 Prozent der Stimmen und überholte seinen Kontrahenten. Eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Atlas-Intel sieht den Rechtsextremen nun mit 52 Prozent in Führung, während Cepeda bei 44 Prozent liegt.

Gegner wiesen Cepedas WM-Vorschlag umgehend als verzweifelten Versuch zurück, Wählerstimmen zu gewinnen. Die Bedeutung des Fußballs im Wahlkampf nahm weiter zu, nachdem der Oberste Gerichtshof ein Verbot aufgehoben hatte, das De la Espriella den Einsatz des Nationaltrikots als Wahlkampfsymbol untersagte. Die Rolle des Sports in der Wahl folgt auf Proteste von Athlet:innen gegen Haushaltskürzungen unter der aktuellen Regierung.

Die Stichwahl wird entscheiden, ob Cepeda oder De la Espriella das Land regieren wird. Die WM-Bewerbung und die Fußball-Symbolik sind zu zentralen Elementen in der heißen Phase des Wahlkampfs geworden. Aktuell liegen die Umfragen für De la Espriella günstig, während die Wähler:innen sich auf die Abstimmung vorbereiten.

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