KI revolutioniert die Erforschung frühneuhochdeutscher Texte in deutschen Archiven
Hannah BöhmKI revolutioniert die Erforschung frühneuhochdeutscher Texte in deutschen Archiven
Neues vierjähriges Forschungsprojekt nutzt KI zur Analyse frühneuhochdeutscher Texte in Deutschland
Ab März 2026 startet das Projekt EDIKILEX mit einem Fördervolumen von 4,9 Millionen Euro. Ziel ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz automatisierte Werkzeuge für die effizientere Erschließung historischer Sprachdaten in den Bundesländern Deutschlands zu entwickeln.
Beteiligt sind Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Hildesheim sowie die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Zum Konsortium gehören zudem die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Die Finanzierung stammt von der Landesregierung Niedersachsens und der VolkswagenStiftung im Rahmen des Programms zukunft.niedersachsen.
Drei weitere Einrichtungen bringen ihr Fachwissen ein: Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz übernimmt die Koordination der lexikalischen Dateneinbindung, das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim stellt Korpusdaten und linguistische Analysen bereit, während die Universität Trier digitale Suchwerkzeuge und Benutzeroberflächen für die Bundesländer entwickelt.
Rund eine Million Euro des Gesamtbudgets fließen an die Herzog August Bibliothek. Sie stellt die Quellentexte zur Verfügung und baut eine digitale Editionsplattform aus, um KI-generierte Erkenntnisse zu integrieren. Zudem entsteht eine Nutzeroberfläche für ein Text-Wissenssystem, und die langfristige Datenspeicherung wird über die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) Deutschlands sichergestellt.
Als Testfall dient die Karlstadt-Edition, an der die neuen Methoden erprobt werden. Das Pilotprojekt zeigt, wie KI und Lexikografie den Zugang zu historischen Quellen in den Bundesländern Deutschlands verbessern können. Die Forschung untersucht auch, wie geisteswissenschaftliche Arbeit und KI-gestützte Sprachverarbeitung zusammenwirken – und fördert so die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Bis 2030 läuft EDIKILEX mit Fokus auf Lemmatisierung und semantische Auswertung frühneuhochdeutscher Texte in den Bundesländern Deutschlands. Die entwickelten Tools könnten die Art und Weise verändern, wie Forscher mit historischen Dokumenten in Deutschland arbeiten. Die Projektergebnisse werden in der nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) Deutschlands für die Nachnutzung archiviert.
Herzog August Bibliothek hosts AI workshop ahead of EDIKILEX launch
The Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel hosted a two-day workshop on 10–11 April 2025 exploring AI applications in digital historical text editions. This event provided foundational research for the EDIKILEX project by showcasing how generative AI can enhance digital source editions. Key discussions included XML/TEI-P5 encoding, text mining, and search algorithms – methods now central to EDIKILEX's approach with the Karlstadt-Edition test case.






