06 May 2026, 01:49

Kathmandus umstrittene Zwangsräumungen: Tausende verlieren ihr Zuhause am Bagmati-Fluss

A bustling street in Kathmandu, Nepal, with pedestrians, rickshaws, bicycles, and vehicles alongside tall buildings under a clear blue sky.

Kathmandus umstrittene Zwangsräumungen: Tausende verlieren ihr Zuhause am Bagmati-Fluss

In Kathmandu haben die Behörden mit der Räumung informeller Siedlungen entlang des Bagmati-Flusses begonnen. Die Aktion betrifft Tausende Menschen und hat sowohl nationale als auch internationale Kritik ausgelöst, während die Regierung auf die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen pocht. Laut offiziellen Angaben wurden bereits 1.816 Familien als Besetzer registriert, von denen 794 in provisorische Unterkünfte umgesiedelt wurden. Allein im vergangenen Monat ließen die Behörden etwa 3.500 Häuser abreißen – Wohnraum für schätzungsweise 25.000 Menschen. Trotz der massiven Auswirkungen auf die Betroffenen halten die Räumungen an.

Das Oberste Gericht Nepals hat die Regierung inzwischen zu einer Begründung ihrer Vorgehensweise aufgefordert. Der Schritt folgte auf Klagen von Anwohnern, die sich gegen die Zwangsräumungen wehren. Gleichzeitig warnte der scheidende UN-Sonderberichterstatter Balakrishnan Rajagopal vor den humanitären Folgen für Tausende, die durch die Maßnahmen obdachlos werden.

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Während Premierminister Balendra Shah die Abrisse als rechtmäßig verteidigt, wächst die Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Amnesty International bezeichnete das Vorgehen als Ausdruck autoritärer Tendenzen und einen Zusammenbruch rechtsstaatlicher Grundsätze. Die Räumungen setzen Tausende Anwohner dem Risiko aus, ihre Unterkunft zu verlieren, ohne dass bisher eine dauerhafte Lösung in Sicht ist. Die Auseinandersetzung zwischen Regierung, Gericht und internationalen Beobachtern über die Rechtmäßigkeit und Humanität der Maßnahmen bleibt vorerst ungelöst.

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