09 June 2026, 22:36

Kanada verbietet Zwangssterilisationen – historischer Schritt gegen jahrzehntelanges Unrecht

Kanada verbietet Zwangssterilisationen – ein historischer Sieg nach Jahrzehnten des Kampfes

Kanada verbietet Zwangssterilisationen – historischer Schritt gegen jahrzehntelanges Unrecht

Kanada hat einen bedeutenden Schritt zur Bekämpfung von Zwangssterilisationen unternommen. Ein neuer Gesetzentwurf, der diese Praxis unter Strafe stellt, wurde nun vom Unterhaus verabschiedet und markiert einen Wendepunkt in der Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten.

Der Entwurf war zuvor von Senatorin Yvonne Boyer im vergangenen Jahr in den Senat eingebracht worden. Damit reagiert die Regierung auf jahrzehntelangen Druck von Überlebenden und Aktivistinnen, die seit 2015 eine rechtliche Ächtung dieser Verbrechen fordern. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, werden nicht einvernehmliche Sterilisationen als schwere Körperverletzung eingestuft. Täter müssen dann mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren rechnen. Die Neuregelung anerkennt Zwangssterilisationen erstmals offiziell als schweres Verbrechen und schafft damit eine klare rechtliche Grundlage für den Schutz Betroffener.

Hintergrund der Initiative ist der jahrzehntelange systematische Missbrauch, insbesondere an Angehörigen indigener Gemeinschaften. Der Survivors Circle for Reproductive Justice geht davon aus, dass seit den 1890er-Jahren bis zu 15.000 Indigene ohne ihre Zustimmung sterilisiert wurden. Die Betroffenen und ihre Unterstützerinnen begrüßen das Gesetz als längst überfälligen Schritt, der gefährdete Gruppen endlich vor solchen Menschenrechtsverletzungen schützen soll.

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Der langjährige Einsatz von Aktivistinnen hat maßgeblich dazu beigetragen, das Thema in den öffentlichen Fokus zu rücken. Ihre Arbeit deckte nicht nur historische Ungerechtigkeiten auf, sondern zwang die Politik auch zum Handeln. Mit der Verabschiedung des Gesetzes wird nun ein zentrales Anliegen der Bewegung umgesetzt, das seit Jahren auf der politischen Agenda stand. Die neue Regelung setzt ein klares Signal gegen die jahrhundertelange Praxis der Zwangssterilisation. Sie bietet Überlebenden erstmals rechtliche Anerkennung und schafft gleichzeitig präventive Mechanismen, um zukünftige Fälle zu verhindern.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie das Gesetz in der Praxis umgesetzt wird und ob es tatsächlich zu einer umfassenden Aufarbeitung der historischen Verbrechen beiträgt. Für die Betroffenen bedeutet es jedoch bereits jetzt einen wichtigen Schritt in Richtung Gerechtigkeit und Schutz.

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