Jeder Fünfte in Deutschland denkt über Auswanderung nach – besonders Migranten vor der Wahl 2025

Elias Werner
Elias Werner
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Eine spärliche Szene mit ein paar Menschen, die herumstreifen, einem Hund, Häusern, Zaunpfählen und einem Himmel darüber.Elias Werner

Ein von Fünf Überlegt Auszuwandern - Jeder Fünfte in Deutschland denkt über Auswanderung nach – besonders Migranten vor der Wahl 2025

Immer mehr Menschen in Deutschland denken über einen Wegzug aus dem Land nach. Aktuellen Daten zufolge hat fast jeder Fünfte – konkret 21 Prozent der Bevölkerung – bereits mit dem Gedanken an eine Auswanderung gespielt. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend unter Migrantinnen und Migranten sowie ihren Nachkommen, vor allem im Vorfeld der Bundestagswahl 2025.

Im Jahr 2024 haben tatsächlich rund 1,2 Millionen Menschen Deutschland verlassen. Doch die Zahl derer, die über eine Auswanderung nachdenken, ist deutlich gestiegen. Bei Menschen mit Migrationshintergrund stieg der Anteil derer, die einen Umzug ins Ausland in Erwägung ziehen, kurz vor der Februarwahl 2025 um etwa zehn Prozentpunkte an. Forscherinnen und Forscher führen diesen Anstieg auf ein zunehmend feindseliges politisches Klima, erhitzte öffentliche Debatten und die Angst vor verschärften Einwanderungsregeln zurück. Viele fühlen sich weniger sicher und stellen ihre Zukunft in Deutschland infrage.

Wie stark der Wunsch nach Wegzug ausgeprägt ist, hängt vom Hintergrund ab. Am häufigsten denken Menschen mit familiären Wurzeln in der Türkei, dem Nahen Osten und Nordafrika über eine Auswanderung nach (39 Prozent), gefolgt von Personen mit Herkunft aus der ehemaligen Sowjetunion (31 Prozent) und EU-Ländern (28 Prozent). Unter der ersten Generation von Migrantinnen und Migranten haben 34 Prozent einen Wegzug in Betracht gezogen, bei ihren Nachkommen sind es sogar 37 Prozent. Zum Vergleich: Nur 17 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund spielen mit diesem Gedanken.

Als Hauptgrund für den Auswanderungswunsch nennen etwa die Hälfte der Befragten die Hoffnung auf ein besseres Leben. Viele mit Migrationshintergrund verweisen zudem auf Diskriminierungserfahrungen als entscheidenden Faktor. Trotz dieser Bedenken plant jedoch nur ein kleiner Teil – gerade einmal 2 Prozent der Befragten – innerhalb des nächsten Jahres tatsächlich auszuwandern. Eine Mitte 2025 veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) ergab hingegen, dass 26 Prozent der Migrantinnen und Migranten bereits über einen Wegzug nachgedacht hatten, während 3 Prozent konkrete Pläne schmiedeten.

Die Ergebnisse zeigen eine klare Kluft in den Auswanderungsabsichten: Zwar bereitet sich nur ein kleiner Teil aktiv auf die Abreise vor, doch ein beträchtlicher Anteil – insbesondere unter Menschen mit Migrationshintergrund – erwägt ernsthaft seine Optionen. Das politische und gesellschaftliche Klima scheint dabei eine zentrale Rolle in ihrer Entscheidungsfindung zu spielen.