17 June 2026, 16:20

Italienischer Bahnkonkurrent Italo drängt 2028 auf deutsche Schienen – und sorgt für Streit

Gewerkschaft warnt: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln

Italienischer Bahnkonkurrent Italo drängt 2028 auf deutsche Schienen – und sorgt für Streit

Ab 2028 will das italienische Eisenbahnunternehmen Italo Fernverkehrsdienste in Deutschland aufnehmen. Der zum EVN-Konzern gehörende Betreiber plant, Züge auf wichtigen Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg einzusetzen. Doch bereits jetzt gibt es Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf bestehende Verbindungen.

Der Markteintritt von Italo sorgt in der Branche für Unruhe. Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), warnte, das Unternehmen könnte sich ausschließlich auf lukrative Strecken konzentrieren. Er sprach von „Rosinenpickerei“ und befürchtet, dass dies zu Kürzungen im Regionalverkehr führen könnte.

Mindestens 16 Städte könnten ihre ICE- und IC-Anbindungen verlieren, falls die Deutsche Bahn weniger rentable Verbindungen zurückfährt. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, teilte diese Sorgen und betonte, dass unregulierter Wettbewerb den meisten Fahrgästen schaden könnte. Sie forderte Politiker auf, klarere Regeln zu schaffen, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.

Auch Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister, äußerte sich besorgt über die Konkurrenz um Schienennetz-Kapazitäten. Burkert plädierte dafür, Trassenbündelungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass Italo nicht nur stark frequentierte Korridore bedient, sondern auch den Regionalverkehr stärkt.

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Italos Expansion in Deutschland könnte das Bahnnetz grundlegend verändern. Ohne Regulierung könnte die Deutsche Bahn ihr Angebot in weniger rentablen Regionen reduzieren – mit der Folge, dass viele Städte schlechter angebunden wären.

Quelle