27 April 2026, 11:02

Immer weniger Jugendliche trinken Alkohol – warum soziale Medien den Trend prägen

Plakat warnt vor dem Zusammenhang zwischen dem E-Zigaretten-Konsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und dem Konsum anderer Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren, Hookah und rauchlosen Tabakerzeugnissen, mit Abbildungen eines Hookah, Marihuanablättern und einer Zigarette.

Immer weniger Jugendliche trinken Alkohol – warum soziale Medien den Trend prägen

Im Vereinigten Königreich trinken immer weniger Jugendliche Alkohol – das zeigt ein Vergleich mit den Zahlen von vor zehn Jahren. Eine aktuelle Studie belegt einen deutlichen Rückgang des Konsums bei 12- bis 17-Jährigen: Lag der Anteil 2016 noch bei 16,1 %, sind es 2025 nur noch 7,5 %. Fachleute führen diese Entwicklung auf veränderte soziale Gewohnheiten und den Einfluss sozialer Medien zurück.

Adrián Camacho Frausto, Lehrer an einer weiterführenden Schule, hat den Wandel aus nächster Nähe miterlebt. Er erklärt, dass sich Jugendliche heute häufiger online austauschen als auf Partys oder Schulfesten. Dadurch ergäben sich schlicht weniger Gelegenheiten für Alkoholkonsum unter Minderjährigen.

Auch der Bildungspsychologe Emiliano Villavicencio Trejo bestätigt diese Beobachtung. Sein Argument: Plattformen wie Instagram und TikTok vermittelten zunehmend ein alkoholfreies Lebensgefühl. Stattdessen würden Fitness, gesunde Ernährung und psychisches Wohlbefinden in den Vordergrund gerückt – Werte, die bei Heranwachsenden traditionelles "Gemeinschaftstrinken" verdrängten.

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Während das exzessive Trinken ("Binge Drinking") bei jungen Männern und Frauen zwar leicht, aber stetig zurückgeht, bleibt der Alkoholkonsum in dieser Altersgruppe bei Jungen weiterhin höher. Trotz der positiven Tendenz warnt Villavicencio Trejo vor möglichen Risiken: Ein übersteigerter Fokus auf Fitness und Körperbild könne etwa Essstörungen oder ein gestörtes Selbstwertgefühl begünstigen.

Der Rückgang des Jugendalkoholkonsums spiegelt tiefgreifendere Veränderungen im Sozialverhalten wider. Dass soziale Medien Gesundheit und Selbstfürsorge in den Mittelpunkt rücken, hat diese Entwicklung maßgeblich geprägt. Gleichzeitig betonen Experten, wie wichtig ein ausgewogener Umgang ist – um neuen Herausforderungen für Körperbild und psychische Gesundheit vorzubeugen.

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