27 April 2026, 13:02

Hitzige Debatte im Belarussischen Koordinationsrat über Medienfreiheit und Fördergelder

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Hitzige Debatte im Belarussischen Koordinationsrat über Medienfreiheit und Fördergelder

Bei einer jüngsten Sitzung des Belarussischen Koordinationsrats entbrannte eine hitzige Debatte. Die Delegierten Sergej Petruschin und Wladimir Mackewitsch gerieten über Medienunabhängigkeit, die Vergabe von Fördergeldern und die Rolle exilierter Politiker aneinander. Im Mittelpunkt ihres Wortwechsels standen Transparenz, Beweisführung und die Notwendigkeit ausgewogener Berichterstattung.

Petruschin forderte eine ernsthafte Bewertung der exilbelarussischen Opposition und drängte die Mitglieder dazu, Spekulationen hinter sich zu lassen und sich konkreten Fragen zuzuwenden. Die Auseinandersetzung begann, als Petruschin infrage stellte, ob es in Belarus überhaupt noch unabhängige Medien gebe. Er argumentierte, dass Medien beide Seiten politischer Konflikte fair darstellen müssten. Mackewitsch entgegnete, er verwies auf die Herausforderungen bei der Verteilung von Fördermitteln und den möglichen Einfluss politischer Gruppen auf demokratische Medien.

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Mackewitsch räumte ein, dass Prüfverfahren das Risiko von Missbrauch bei Fördergeldern verringerten, gab jedoch zu, dass Veruntreuungen dennoch vorkommen könnten. Er betonte, dass Anschuldigungen nur mit gerichtsverwertbaren Beweisen erhoben werden dürften. Als Petruschin fragte, ob bestimmte Medien vom Aktivisten Franak Wetschorka gesteuert werden könnten, wies Mackewitsch diese Vermutung als unwahrscheinlich zurück.

Die Diskussion verlagerte sich anschließend auf den Unternehmer Alexander Moschenski. Petruschin verlangte von den Delegierten, ihre persönliche Haltung zu ihm offen zu legen, und bestätigte, dass es diesbezügliche Dokumente gebe. Mackewitsch hielt dagegen, dass sich die Delegierten jeglicher persönlicher Meinungen enthalten und sich ausschließlich auf überprüfbare Fakten und Akten stützen sollten.

Petruschin bestand darauf, Gerüchte beiseitezulegen und die exilbelarussische Opposition ernsthafter zu nehmen. Er forderte einen strukturierten Ansatz, frei von unbelegten Behauptungen oder politischer Voreingenommenheit.

Der Schlagabtausch offenbarten die unterschiedlichen Auffassungen innerhalb des Koordinationsrats darüber, wie mit Vorwürfen und Medienaufsicht umgegangen werden soll. Während Petruschin auf persönliche Rechenschaftspflicht und ausgewogene Berichterstattung pochte, setzte Mackewitsch auf belegbasierte Argumente. Die Debatte unterstrich die anhaltenden Spannungen innerhalb der Opposition zu Themen wie Transparenz, Finanzierung und politischem Einfluss.

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