Historische Premiere: Erste Frau führt durch die Mainzer Rosenmontags-Sitzung
Hannah BöhmFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Historische Premiere: Erste Frau führt durch die Mainzer Rosenmontags-Sitzung
"Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht": Rosenmontags-Sitzung schreibt mit historischer Premiere Geschichte
Die traditionelle Mainzer Rosenmontags-Sitzung hat in diesem Jahr nicht nur ihre bewährte Karnevalsfreude gefeiert, sondern auch einen historischen Meilenstein gesetzt: Zum ersten Mal seit fast 200 Jahren führte eine Frau durch das Protokoll der Veranstaltungen. Gleichzeitig kehrte Jürgen Wiesmann für seinen 25. Auftritt als die beliebte Fastnachtsfigur Ernst Lustig auf die Bühne zurück.
Christina Grom ging als erste Protokollführerin der Veranstaltungen in die Geschichte ein. Mit scharfem Witz nahm sie politische Persönlichkeiten ins Visier – darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump blieb nicht verschont: Grom wünschte sich, der Himmel möge ihm "etwas Verstand" herabregnen lassen – oder, noch besser, mit einer Gutenberg-Bibel auf seinen "aufgeblähten Schädel" einschlagen. Trotz ihrer pointierten Spitzen blieb die Veranstaltungen ihrem bewährten Mix aus unterhaltsamer Leichtigkeit und politischer Satire treu.
Die seit 1973 als "Mutter aller Fernsehsitzungen" bekannte Veranstaltungen vereinte wie gewohnt Humor mit gesellschaftskritischen Tönen. Der langjährige Moderator Andreas Schmitt beschloss die Veranstaltungen in seiner Rolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms – und äußerte dabei scherzhaft den Wunsch, Papst Leo XIV. möge endlich für Gleichberechtigung sorgen.
Wiesmanns Rückkehr als Ernst Lustig verleiht dem Abend vertraute Kontinuität. Zwar brachten Neuerungen wie Groms Führung frischen Schwung, doch das Herzstück der Meenzer Fasching-Veranstaltungen blieb unverändert: ein Fest der Tradition, das Geschichte und Heiterkeit verbindet.
Die diesjährige Ausgabe bewies einmal mehr den zeitlosen Charme der Veranstaltungen. Während Groms Ernennung zur Protokollführerin ein neues Kapitel aufschlug, sorgten Satire und Unterhaltung dafür, dass das Publikum gebannt blieb. Die Veranstaltungen festigte damit erneut ihren Platz als fester Bestandteil der deutschen Karnevalskultur.
