Hannovers „Queere Bücherbox“ für Kitas löst Debatte über Vielfalt aus
Noah WeberHannovers „Queere Bücherbox“ für Kitas löst Debatte über Vielfalt aus
Hannover führt "Queere Bücherbox" für örtliche Kitas ein
Die Sammlung umfasst 14 Kinderbücher, die vielfältige Familienformen, Identitäten und Beziehungen thematisieren. Vertreter der Stadt betonen, dass die Bücher kleinen Kindern helfen, Unterschiede positiv zu verstehen und zu akzeptieren.
Die Initiative stößt sowohl auf Zustimmung als auch auf Kritik. Während einige den inklusiven Ansatz begrüßen, werfen andere der Stadt vor, 11.000 Euro für Titel ausgegeben zu haben, die ihrer Meinung nach umstrittene Themen fördern.
Juliane Steeger, die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Hannover, stellte die Bücherbox vor. Die Auswahl soll verschiedene Familienkonstellationen, Körpertypen, Hautfarben und Geschlechtsidentitäten widerspiegeln. Ein Titel, "Onkel Bobbys Hochzeit", zeigt etwa einen blonden, bärtigen Bräutigam, der einen dunkelhäutigen Mann heiratet. "Julian ist eine Meerjungfrau" erzählt die Geschichte eines Kindes, das sich gerne als Meerjungfrau verkleidet.
Die Bücher wurden nach einer Prüfung durch ein queeres Mitarbeiternetzwerk innerhalb der Stadtverwaltung ausgewählt. Seit 2022 hat die Gruppe über 100 Kinderbücher gesichtet und 66 für den Einsatz in Kitas empfohlen. Ein Beitrag auf dem Familienblog Hannovers auf Instagram beschrieb das Projekt als Möglichkeit für Kinder, sich und ihre Familien in Geschichten wiederzufinden.
Die Reaktionen fallen gemischt aus. Befürworter loben das Vorhaben als Beitrag zur Förderung von Vielfalt. Kritiker werfen Büchern wie "Teddy Tilly" vor, bei Kleinkindern Verwirrung über Geschlechterrollen zu stiften. Ein Kommentator kritisierte scharf, die Stadt unterstütze mit Steuergeldern "schwule Hasen und lesbische Katzen".
Die Bücherbox steht nun in Hannovers Kitas zur Verfügung. Die Stadtverwaltung betont, dass die Geschichten Akzeptanz und Neugierde auf Vielfalt fördern sollen. Die Debatte um die Initiative zeigt die anhaltende Diskussion darüber, wie Kinderliteratur Identität und Familienbilder behandelt.
