19 April 2026, 18:15

Große Reformwelle: Steuern, Renten und Krankenkassenbeiträge ändern sich radikal ab 2027

Grafik mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen" zeigt Produktivitätsanstieg ohne entsprechende Gewinne für die Mittelschicht.

Große Reformwelle: Steuern, Renten und Krankenkassenbeiträge ändern sich radikal ab 2027

Die deutsche Regierungskoalition hat drei große Reformpakete angekündigt, die Steuern, Renten und Krankenversicherungsbeiträge grundlegend umgestalten sollen. Die Änderungen werden Millionen betreffen – manche müssen mit höheren finanziellen Belastungen rechnen, andere erhalten gezielte Entlastungen.

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Zu den weitreichendsten Reformen zählen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, das Ende der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner sowie ein neues Sparmodell, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen wird. Ab Januar 2027 wird die Riester-Rente schrittweise abgeschafft und durch ein Sparguthaben-System ersetzt. Anders als das alte Modell bietet dieses zwar direkten Zugang zu den Kapitalmärkten, garantiert aber keine Renditen. Zudem werden erstmals auch Selbstständige in das Fördersystem einbezogen.

Eine weitere zentrale Neuerung betrifft die gesetzliche Krankenversicherung: Die Koalition plant, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen – davon wären rund 2,5 Millionen Menschen betroffen. Die Betroffenen müssten künftig mindestens 225 Euro monatlich zahlen, davon 200 Euro für die Krankenversicherung und 25 Euro für die Pflegeversicherung.

Bei den Steuern prüft die Regierung eine Anhebung des regulären Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent, was voraussichtlich 31 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen bringen würde. Als Ausgleich sollen Gering- und Mittelverdiener steuerlich entlastet werden. Gleichzeitig sinkt der ermäßigte Steuersatz für Grundnahrungsmittel von sieben auf vier Prozent.

Kritiker monieren, dass die Mehrwertsteuererhöhung zwar alle trifft, die Entlastungen aber nur einer begrenzten Gruppe zugutekommen. Zudem würden die Reformen finanzielle Risiken auf die Sparer abwälzen und die individuelle Belastung erhöhen – besonders für diejenigen, die ihre kostenlose Mitversicherung verlieren. Die Reformen treten schrittweise in Kraft, beginnend mit dem neuen Sparguthaben-System Anfang 2027. Millionen Menschen müssen sich auf Anpassungen bei der Altersvorsorge, den Krankenkassenbeiträgen und den täglichen Ausgaben durch die Mehrwertsteueränderungen einstellen. Die Regierung betont, dass die Maßnahmen den Finanzbedarf des Staates mit gezielter Unterstützung für niedrige Einkommen in Einklang bringen.

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