25 March 2026, 22:19

Göttingen gründet Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen gegen Wohnungsnot

Ein Schulgebäude mit der Aufschrift 'Ecole Communale' und einem Schuppen, Bänken, Treppen, Geländern, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Göttingen gründet Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen gegen Wohnungsnot

Neues Dachverband für selbstverwaltetes Wohnen in Göttingen gestartet

Ein neuer Dachverband hat sich in Göttingen gegründet, um selbstverwaltetes Wohnen zu schützen und zu fördern. Die am 15. März 2023 vorgestellte Vereinigung vereint elf lokale Wohnprojekte unter einem gemeinsamen Dach. Ihr Ziel ist es, Bewohnern in Wohnungsnot Unterstützung, Finanzierung und rechtlichen Beistand zu bieten.

Die Initiative knüpft an jahrzehntelangen Aktivismus in der Stadt an, darunter prominente Kampagnen, die sich für die Erhaltung von Wohnraum in Gemeinschaftshand einsetzten. Die Wurzeln des Verbands reichen bis in Göttingens lange Geschichte der Wohnkämpfe zurück. Bereits 2007 kämpfte die Kampagne "Bleiben ist alles" gegen Zwangsräumungen, und 2017 wehrten sich Anwohner gegen die Reprivatisierung selbstverwalteter Häuser. Diese Auseinandersetzungen ebneten den Weg für die neue Organisation, die nun als formelles Netzwerk für kollektives Handeln dient.

Eines der Gründungsmitglieder ist das Projekt KBR10/12 am Kreuzbergring – ein Ort mit bewegter Vergangenheit. Das Gebäude wurde in den 1970er-Jahren besetzt, später vom Göttinger Studentenwerk verwaltet und ging 2021 schließlich in den vollen Besitz der Bewohner über. Heute steht es neben anderen vollständig in Bewohnereigentum geführten Projekten, etwa in der Bürgerstraße 50a sowie in der Goßlerstraße 17/a und 21.

Zur Finanzierung seiner Arbeit erhebt der Verband von jedem Mitgliedsprojekt einen jährlichen Solidaritätsbeitrag. Die Mittel fließen in Gutachten, Rechtsberatung oder direkte Kredite an bedürftige Initiativen. Zudem wird die Vereinigung in die Satzungen der beteiligten Projekte aufgenommen, um langfristig als schützende Struktur zu wirken.

Sein öffentliches Debüt feierte der Dachverband im März 2023 bei einem Erzählcafé, wo Bewohner ihre Erfahrungen teilten und Pläne vorstellten, neue Wohninitiativen zu unterstützen – und gleichzeitig Versuche zu blockieren, Immobilien wieder in Privateigentum zu überführen.

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Der Verband dient nun als zentrale Anlaufstelle für alle, die in Göttingen Hilfe rund um das Thema Wohnen suchen. Durch die Bündelung von Ressourcen und die Verankerung in lokalen Projekten will er bezahlbare, gemeinschaftlich getragene Wohnräume für die Zukunft sichern. Das Modell spiegelt einen wachsenden Trend wider: Immer mehr Regionen setzen auf wohnungspolitische Lösungen, die von den Bewohnern selbst gestaltet werden.

Quelle