25 June 2026, 12:11

Gorlebens dünne Wände: Warum Deutschlands Atommüll in einer "Kartoffelscheune" lagert

Nuklearabfall-Lagerung in Gorleben

Gorlebens dünne Wände: Warum Deutschlands Atommüll in einer "Kartoffelscheune" lagert

Deutschlands Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll zieht sich weit länger hin als geplant. Die erste der 16 Zwischenlager des Landes, Gorleben, soll 2034 ihre Betriebsgenehmigung verlieren. Nun bemühen sich die Behörden um eine Verlängerung – angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich Sicherheit und langfristigem Schutz.

Das Gorleben-Lager wurde zwischen 1982 und 1983 mit überraschend dünnen Wänden errichtet. Die Stahlbetonkonstruktion misst lediglich 50 Zentimeter, die Dachplatte sogar nur 20 Zentimeter. Lokale Aktivisten spotten seit Langem über die „Kartoffelscheune“ – ein Spottname, der auf die fragwürdige Bauweise anspielt und die mangelnde Absicherung gegen moderne Bedrohungen wie Krieg oder Terrorismus kritisiert.

Aktuell lagern in Gorleben 113 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Abfall. Diese wurden zwischen 1995 und 2011 in 13 streng bewachten Transporten zum Standort gebracht. 2024 begann die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die für die Atommüll-Entsorgung zuständig ist, mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um das Lager. Im selben Jahr verhängten die Behörden eine Flugsperrzone über Gorleben, die bemannte Flugzeuge und private Drohnen aus dem Luftraum verbietet.

Trotz Forderungen nach einem Sicherheitskonzept für die nächsten hundert Jahre strebt die BGZ nun eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung um 20 Jahre an. Fachleute gehen davon aus, dass die Suche nach einem Endlager noch mehrere Jahrzehnte dauern wird – ein Beginn der Einlagerung ist frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu erwarten.

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Die geplante Verlängerung würde Gorleben mindestens bis 2054 in Betrieb halten. Doch die dünnen Wände und der provisorische Charakter des Lagers bleiben umstritten. Die Verzögerung bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung bedeutet, dass Deutschlands Atommüll unter Bedingungen gelagert wird, die viele für den Langzeitbetrieb als unzureichend erachten.

Quelle