Gewaltwelle in Niedersachsens Krankenhäusern: Personal leidet unter Angriffen und finanzieller Not
Krankenhäuser beklagen Angriffe auf Personal - Gewaltwelle in Niedersachsens Krankenhäusern: Personal leidet unter Angriffen und finanzieller Not
Krankenhäuser in Niedersachsen kämpfen mit wachsender Gewalt gegen Mitarbeiter
In niedersächsischen Häusern verschärft sich die Krise durch zunehmende Gewalt gegen das Personal: Verbale und körperliche Angriffe auf Beschäftigte haben in den vergangenen fünf Jahren stark zugenommen. Eine aktuelle Umfrage unter 130 Einrichtungen zeigt, dass 72 Prozent einen mäßigen oder deutlichen Anstieg solcher Vorfälle verzeichnen – gleichzeitig treiben finanzielle Belastungen mehr als die Hälfte aller Häuser in die Verlustzone.
Die im August und September 2025 durchgeführte Erhebung umfasste 130 von 161 zugelassenen Häusern in der Region. Keine der beteiligten Kliniken meldete einen Rückgang der Gewaltfälle; besonders betroffen sind Frauen und Mitarbeiter in den Notaufnahmen. Viele Opfer leiden unter langfristigen psychischen Folgen, was einige Beschäftigte dazu bewegt, Versetzungen zu beantragen oder den Krankenhausberuf ganz aufzugeben.
Als Reaktion haben viele Häuser Maßnahmen wie Deeskalationstrainings, Sicherheitspersonal und Notfallknöpfe eingeführt. In anderen Regionen außerhalb Niedersachsens, etwa in Dortmund, werden derzeit Körperkameras in Notaufnahmen getestet. Trotz dieser Bemühungen binden finanzielle Engpässe und bürokratische Auflagen weiterhin Ressourcen, die eigentlich der Patientenversorgung zugutekommen sollten. Mehr als die Hälfte der niedersächsischen Häuser schreibt mittlerweile rote Zahlen, über 50 Prozent rechnen damit, auch bis Ende 2025 im Defizit zu bleiben. Die Umfrage zeigt: Das Problem ist flächendeckend – keine Region ist stärker betroffen als andere.
Die Ergebnisse unterstreichen einen besorgniserregenden Trend: Die Gewalt in Gesundheitseinrichtungen nimmt zu, während die finanzielle Schieflage die Lage zusätzlich verschärft. Zwar setzen Kliniken auf Präventionsstrategien, doch die Forderungen nach bundesweiten gesetzlichen Regelungen bleiben bestehen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen könnten die Sicherheit des Personals und die Patientenversorgung weiter leiden.
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