Gebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken leicht – doch SUVs bleiben stabil
Noah WeberGebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken leicht – doch SUVs bleiben stabil
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den letzten Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Durch Lieferengpässe und eine hohe Nachfrage stiegen die Preise zunächst stark an, bevor sie 2025 leicht zurückgingen. Aktuell liegt der Durchschnittspreis für einen Gebrauchtwagen bei etwa 27.800 Euro – ein leichter Rückgang gegenüber den vorherigen Höchstständen.
Besonders gefragt bleiben SUVs wie der VW Tiguan oder der BMW X1, während Elektroautos schneller an Wert verlieren als Benziner oder Diesel. Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Standzeit der Fahrzeuge auf Händlerhöfen auf nur noch 57 Tage verkürzt – deutlich weniger als vor der Pandemie.
Die Turbulenzen begannen Anfang 2020, als Automobilhersteller wegen der Pandemie die Produktion drosselten. Halbleiterhersteller verlagerten ihre Kapazitäten auf Konsumelektronik und IT, sodass der Automobilsektor mit einem Mangel an essenziellen Chips kämpfte. Bis 2021 führte diese Krise zu einem Rückgang der globalen Fahrzeugproduktion um schätzungsweise sieben bis elf Millionen Einheiten.
Die Lieferzeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu achtzehn Monate. Da weniger neue Modelle verfügbar waren, wichen Käufer auf den Gebrauchtmarkt aus – mit der Folge, dass die Preise zwischen 2021 und 2022 um etwa 19 Prozent stiegen. Die Nachfrage blieb hoch: 2024 stieg die Zahl der Halterwechsel um 7,4 Prozent auf rund 6,48 Millionen Fahrzeuge.
Anfang 2025 pendelte sich der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen bei 27.800 Euro ein – ein Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Höchststand von 2023. Während Modelle wie der Audi Q3 oder der VW Tiguan ihren Wert gut hielten, verloren Elektroautos schneller an Wert. Ein drei Jahre altes Batterie-Elektroauto behält heute nur noch etwa 50 Prozent seines ursprünglichen Preises, verglichen mit 63,5 Prozent bei Benzinern und 62,2 Prozent bei Dieselfahrzeugen.
Auch die Händler verkaufen ihre Bestände nun schneller: Die durchschnittliche Standzeit eines Wagens auf dem Hof sank auf 57 Tage – deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie.
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt zwar aktiv, doch die Preise haben sich leicht von den Rekordwerten des Jahres 2023 entfernt. SUVs behalten weiterhin ihren Wert, während Elektroautos stärker an Wert verlieren als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Mit kürzeren Wartezeiten auf den Händlerhöfen müssen Käufer heute mit einem dynamischeren Markt umgehen als in den Vorjahren.






