GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine"
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Bahnkonzerns als "Geldwäschemaschine" und forderte umfassende Reformen. Seine Äußerungen fielen zusammen mit einer deutlichen Unterstützung für die jüngsten Führungsentscheidungen von Vorstandschefin Evelyn Palla.
Reißen warf der DB vor, ein übermäßig kompliziertes System zu betreiben. Er behauptete, das Unternehmen verrechne interne Leistungen untereinander und verwalte Hunderte von Tochtergesellschaften unter dem Dach der DB AG – zeitweise seien es sogar über 1.000 gewesen. Diese Praktiken, so Reißen, machten den Konzern ineffizient und schwer kontrollierbar.
Zudem äußerte er sich frustriert über die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin. Laut Reißen sei dem Vorstand bekannt gewesen, dass ihr die notwendigen Qualifikationen für die Position fehlten. Seine Kritik richtete sich auch gegen grundsätzliche Managementprobleme und forderte Palla auf, klarere Verantwortlichkeiten zuzuweisen und entschiedener zu führen.
Später unterstützte Reißen Pallas Entscheidung, die Größe der Konzernspitze um die Hälfte zu reduzieren. Er sieht darin einen Schritt, um Abläufe zu straffen und die Produktivität zu steigern. Auch billigte er die Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, und Dohm selbst. Kontinuität in der Führung sei, so Reißen, ein zentraler Baustein effektiven Managements.
Reißens Aussagen unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Führungsstrukturen der DB. Seine Unterstützung für Pallas Reformkurs deutet auf einen Druck hin, die Aufsicht zu verschärfen und die betriebliche Effizienz zu erhöhen. Die Veränderungen könnten in den kommenden Monaten die Arbeitsweise des Bahnriesen grundlegend verändern.






