15 March 2026, 06:17

Forscher verwandeln E-Methanol in 23.000 Liter klimaneutrales Benzin – ein Durchbruch für die Verkehrswende

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem Text.

Forscher verwandeln E-Methanol in 23.000 Liter klimaneutrales Benzin – ein Durchbruch für die Verkehrswende

Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben erneuerbares E-Methanol erfolgreich in nahezu 23.000 Liter klimaneutrales Benzin umgewandelt. Der Durchbruch gelang in einer Pilotanlage in Freiberg unter Verwendung von grünem Kraftstoff aus der dänischen Anlage in Kassø. Dieser Meilenstein markiert einen entscheidenden Schritt im Rahmen des DeCarTrans-Projekts, das vom Bundesministerium für Verkehr gefördert wird.

Eine Delegation der TU Bergakademie Freiberg und der CAC ENGINEERING GmbH besuchte kürzlich das Werk in Kassø, Dänemarks erste industrielle Großanlage zur Herstellung von E-Methanol. Die Anlage, die 2025 den Vollbetrieb aufnehmen soll, produziert erneuerbares Methanol aus biogenem CO₂ und grünem Wasserstoff – beides gewonnen mit Strom aus erneuerbaren Energien. Ihre Erzeugnisse werden bereits an Industrie- und Verkehrskunden geliefert.

In der Freiberger Pilotanlage wandelte das Team das dänische E-Methanol in synthetisches Benzin um. Dabei wurde ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf demonstriert, der die CO₂-Emissionen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen um bis zu 90 Prozent reduziert. Dr. Mario Kuschel, Leiter Forschung und Entwicklung bei CAC ENGINEERING, betonte, dass die Zusammenarbeit mit Kassø belege, dass ihr METHAFUEL-Verfahren nun vollständig auf industriell verfügbare, strombasierte Kohlenstoffträger setze.

Das Teilprojekt an der TU Bergakademie Freiberg erhielt 12,78 Millionen Euro an Fördermitteln, um die langfristige Machbarkeit der synthetischen Benzinproduktion nachzuweisen. Professor Martin Gräbner, Leiter des Lehrstuhls für Energieverfahrenschnik, bezeichnete die Nutzung von E-Methanol als zukunftsweisende Leistung. Gleichzeitig schreitet die globale Expansion der E-Methanol-Produktion voran: Mindestens vier Großprojekte sind in Planung, darunter ein grüner Schifffahrtsstandort in Oman, das australische Portland Renewable Fuels Project, eine 25-Millionen-Euro-Anlage im Chemiepark Marl in Deutschland sowie Ver bios Ethanolyse-Werk in Bitterfeld, das 2026 eröffnet werden soll.

Die erfolgreiche Umwandlung von E-Methanol in kohlenstoffarmes Benzin bestätigt das Potenzial der Technologie für den industriellen Einsatz. Mit mehreren geplanten Großproduktionsstätten weltweit könnte das Verfahren bald eine größere Rolle bei der Reduzierung der Verkehrsemissionen spielen. Die Arbeit des Freiberger Teams unterstützt zudem Deutschlands Bestrebungen, in den kommenden Jahren auf klimaneutrale Kraftstoffe umzusteigen.

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