Fluchtversuch im Amtsgericht Soltau führt zu strengeren Sicherheitsregeln

Admin User
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Menschen schütteln sich die Hände vor Stühlen, mit einer Statue, einer Fahne und einem Vorhang im Hintergrund.

Fluchtversuch im Amtsgericht Soltau führt zu strengeren Sicherheitsregeln

In Handschellen und Fußfesseln vor Gericht

Nach dem Fluchtversuch eines 19-Jährigen passt das Amtsgericht seine Sicherheitsvorkehrungen an. Die Bilanz für 2022 zeigt: Zivilklagen gehen weiter zurück, Strafverfahren erreichen wieder das Vorkrisenniveau.

Ein 19-jähriger Gefangener versuchte während einer Routineverhandlung am Amtsgericht Soltau zu fliehen. Der Vorfall ereignete sich, als er zu einer Haftprüfung gebracht wurde. Die Behörden konnten ihn ohne Gewaltanwendung überwältigen; Verletzte gab es nicht.

Der gescheiterte Fluchtversuch wird zu den bestehenden Anklagepunkten wegen schweren Raubes weitere Strafverfahren nach sich ziehen. Unterdessen hat das Gericht als Reaktion auf den Vorfall die Sicherheitsmaßnahmen für alle Inhaftierten verschärft.

Der Beschuldigte befand sich auf dem Weg zu einer Haftprüfung, als er zu fliehen versuchte. Die Wächter konnten ihn sofort unter Kontrolle bringen, sodass niemand zu Schaden kam. Sein Verhalten führt nun zu einem zusätzlichen Strafverfahren neben den ursprünglichen Raubvorwürfen.

Als Konsequenz führte das Amtsgericht Soltau strengere Richtlinien ein: Gefangene müssen künftig bei Transporten zum und vom Gerichtssaal sowohl Handschellen als auch Fußfesseln tragen. Der vorsitzende Richter kann entscheiden, ob die Fesseln im Saal gelockert werden – abhängig vom Einzelfall.

Abseits dieses Vorfalls zeigt die Arbeitsbelastung des Gerichts gemischte Trends: Während Zivilverfahren weiter rückläufig sind, haben sich Strafprozesse auf dem Stand vor der Pandemie stabilisiert. Das Schöffengericht verhandelte 2022 insgesamt 23 Fälle (2021: 19), was auch auf verschärfte Gesetze zu Sexualstraftaten zurückzuführen ist. Jugendstrafverfahren blieben 2022 konstant, doch für 2023 wird ein Anstieg erwartet.

Ordnungswidrigkeitsverfahren blieben aufgrund fehlender zertifizierter Geschwindigkeitsmessgeräte für Autobahnen auf niedrigem Niveau. Zudem ist seit dem 15. Dezember 2025 keine neue Gerichtsverwaltung für das Amtsgericht Soltau ernannt worden. Beamte betonten außerdem, dass KI die menschliche Glaubwürdigkeitsbewertung in Prozessen nicht ersetzen werde.

Der Fluchtversuch führte zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen bei Gefangentransporten. Der Beschuldigte muss nun mit weiteren rechtlichen Konsequenzen neben den ursprünglichen Anklagepunkten rechnen. Gleichzeitig stellt sich das Gericht auf schwankende Fallzahlen und administrative Herausforderungen ein.