Finanzkrise der Krankenkassen lässt **Apotheken** in Rekordzahl schließen

Admin User
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Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Finanzkrise der Krankenkassen lässt **Apotheken** in Rekordzahl schließen

Krankenkassen kämpfen mit schwerer Finanzkrise – Apotheken schliessen in Rekordzahl

Die gesetzlichen Krankenkassen stecken in einer tiefen finanziellen Krise, die bei Politikern, Verbänden und Fachleuten Alarmstimmung auslöst. Die Folgen sind weitreichend: Geplante Anpassungen der Apothekenvergütung bleiben hinter den versprochenen Erhöhungen zurück, während gleichzeitig die Schließungswelle bei Apotheken dramatisch zunimmt – allein 2024 mussten über 500 Apotheken dichtmachen.

Laut aktuellem Vorschlag der Krankenkassen soll künftig ein fester Honorarsatz von 8,35 Euro – dynamisch angepasst – plus eine variable Komponente von 3 Prozent sowie 21 Cent für die Notdienstpauschale gezahlt werden. Damit weicht man deutlich von der im Koalitionsvertrag vereinbarten Erhöhung auf 9,50 Euro ab. Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) kritisiert diese ausbleibende Anhebung der Vergütung im Rahmen der Apothekenreform scharf.

Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgestellte Apothekenreform sieht keine Erhöhung der Vergütung vor – mit verheerenden Folgen: 2024 schlossen bereits 530 Apotheken wegen wirtschaftlicher Notlagen. Experten warnen vor einer Fortsetzung dieses Trends. Die Gesundheitsökonomin Claudia Korf vom Deutschen Apothekerverband (ABDA) prognostiziert bis Ende 2025 über 600 weitere Schließungen. Allein zu Beginn des Jahres 2025 wurden 133 Apotheken geschlossen; bundesweit sind noch 17.000 übrig. Um die Krise zu bewältigen, wird nun eine Fachkommission eingesetzt, die sich mit den finanziellen Problemen der Krankenkassen befassen soll.

Die geplante Überarbeitung der Apothekenvergütung und die anhaltende Schließungswelle unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf angesichts der Finanznot der Krankenkassen. Die Einsetzung der Expertengruppe markiert einen ersten Schritt, um die brennenden Probleme anzugehen.