Finanzämter jagen Influencer: 45 Millionen Euro Steuerrückstände aufgedeckt
Elias WernerFinanzämter jagen Influencer: 45 Millionen Euro Steuerrückstände aufgedeckt
Steuerbehörden in Deutschland verschärfen Kontrollen bei Social-Media-Influencern
In den vergangenen Jahren haben die deutschen Finanzämter ihre Prüfungen von Social-Media-Influencern deutlich ausgeweitet. Eine spezielle Taskforce in Niedersachsen, die 2017 eingerichtet wurde, hat bereits 258 Steuerprüfungsbescheide an "digitale aktive Steuerzahler" verschickt. Die verschärften Kontrollen sind Teil einer bundesweiten Initiative, um nicht deklarierte Einnahmen in der wachsenden Influencer-Wirtschaft zu bekämpfen.
Seit 2017 haben Steuerbehörden außerhalb der einzelnen Bundesländer rund 1.200 Prüfverfahren gegen Influencer eingeleitet. Dabei wurden etwa 45 Millionen Euro an Steuerrückständen aufgedeckt – vor allem durch nicht gemeldete Tätigkeiten und versteckte Einkünfte. Diese Zahlen stammen aus Berichten des Bundesfinanzministeriums vom Februar 2026.
Niedersachsen als Vorreiter bei der Influencer-Steuerprüfung Alleine in Niedersachsen wurden bisher 233 Fälle geprüft. In 55 davon führten die Untersuchungen zu Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 276.449 Euro, während in 33 Fällen keine Unstimmigkeiten festgestellt wurden. Die übrigen 178 Verfahren befinden sich noch in Bearbeitung. Die Behörden betonen, dass die Identifizierung steuerrelevanter Aktivitäten und deren Zuordnung zu konkreten Personen nach wie vor eine zentrale Herausforderung darstellt.
Die Steuerverwaltung des Landes hat ihre Prüfteams speziell für Influencer-Fälle geschult. Zwar gibt es keine eigenen Sonderermittlungseinheiten, doch die Ermittler werten tausende Datensätze aus, die von anderen Regionen geteilt werden. Diese Daten stammen von großen Plattformen wie TikTok und Instagram, auf denen Influencer ihre Einnahmen generieren.
Auch andere Bundesländer ziehen nach Neben Niedersachsen überwachen auch Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die Einkünfte von Social-Media-Schaffenden. Trotz des Fokus auf diese Branche entspricht die Quote der Prüfungen ohne Beanstandungen bei Influencern etwa der anderer Selbstständiger.
Steuerliche Grauzonen im digitalen Zeitalter Die laufenden Prüfungen zeigen, wie komplex die Besteuerung digitaler Einkünfte ist. Bereits Millionen an Steuerrückständen wurden nachträglich eingezogen, doch die Behörden arbeiten weiterhin an der Verfeinerung ihrer Vorgehensweise. Die Schulungsinitiativen und der Austausch von Daten zwischen den Ländern deuten darauf hin, dass die strengeren Kontrollen vorerst Bestand haben werden.
NRW expands probe to 7,000 influencers as tax fraud tactics emerge
Tax authorities in North Rhine-Westphalia have intensified their crackdown on influencers, now reviewing over 7,000 cases following a 2025 data analysis. Key findings include:
- 300 million euros in estimated tax damage from unreported earnings and fake relocations to Dubai.
- 200+ criminal proceedings underway, with average shortfalls reaching five-figure sums.
- A dedicated taskforce analysing 6,000+ social media datasets to track disappearing content and hidden income streams.





