Fachkräftemangel im niedersächsischen Handwerk erreicht neuen Höhepunkt 2026
Hannah BöhmMangel an Nachfolgern verschärft den Fachkräftemangel in Handwerksbetrieben - Fachkräftemangel im niedersächsischen Handwerk erreicht neuen Höhepunkt 2026
Handwerksbetriebe in Niedersachsen kämpfen mit wachsendem Fachkräftemangel
Unternehmen des Handwerks in Niedersachsen haben zunehmend Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht, gelang es mehr als der Hälfte der befragten Betriebe im ersten Halbjahr 2026 nicht, ausreichend Fachpersonal zu rekrutieren. Die Lage könnte sich weiter verschärfen, da ältere Beschäftigte in Rente gehen und die Nachfrage nach Dienstleistungen steigt.
Die Handwerkskammer Niedersachsen hat rund 1.100 Handwerksbetriebe in der Region befragt. Die Ergebnisse zeigen: 54 Prozent der Unternehmen nannten die Suche nach Fachkräften als eine ihrer größten Herausforderungen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026. Besonders betroffen sind Ausbildungsplätze in den Bereichen Elektrotechnik sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), für die sich zu wenige geeignete Bewerber finden.
Schon 2025 konnten vier von zehn Betrieben nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. Am stärksten leidet die Gebäudereinigungsbranche unter dem Mangel, während die Kfz-Betriebe nach wie vor mehr Interessenten anziehen. Trotz dieser Probleme bewerteten zu Beginn des Jahres 2026 immerhin 80 Prozent der Unternehmen ihre allgemeine Lage als gut oder befriedigend – eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Demografischer Wandel verschärft die Krise Der Bericht warnt zudem vor den Folgen des alternden Arbeitsmarkts: Bis Mitte 2026 wird eine Welle von Renteneintritten der Babyboomer-Generation die verfügbare Arbeitskraft weiter verknappen. Sollten die geplanten Infrastrukturinvestitionen umgesetzt werden, könnte sich der Fachkräftemangel noch verschlimmern, da zu wenige junge Menschen in die Handwerksberufe nachrücken, um die steigende Nachfrage zu decken. Bisher zeigen die milliardenschweren Infrastrukturausgaben der Bundesregierung kaum spürbare Wirkung bei der Entlastung des Arbeitsmarkts.
Keine Entspannung in Sicht Der Fachkräftemangel im niedersächsischen Handwerk bleibt ungebrochen. Da immer weniger junge Menschen in zentrale Handwerksberufe einsteigen und erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand wechseln, drohen bei grundlegenden Dienstleistungen zunehmend Engpässe. Die Betriebe stellen sich auf noch schwierigere Bedingungen am Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren ein.
