Europa kehrt der Atomkraft den Rücken zu – doch die Schweiz bleibt skeptisch
Hannah BöhmEuropa kehrt der Atomkraft den Rücken zu – doch die Schweiz bleibt skeptisch
Schweizer Energieminister Albert Rösti nahm am Dienstag an einem internationalen Atomenergie-Kongress in Paris teil. Dort zeigte sich ein wachsender Wandel in Europas Haltung zur Kernkraft – führende Persönlichkeiten räumten ein, dass frühere Politiken möglicherweise fehlerhaft waren.
Auf dem Kongress gab EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu, dass sich Europa mit dem Ausstieg aus der Kernenergie geirrt habe. Die Veranstaltung sendete ein deutliches Signal: Die Atomkraft gewinnt auf dem Kontinent wieder an Unterstützung.
Rösti betonte im Anschluss, die Schweiz solle angesichts der veränderten globalen Rahmenbedingungen nun klar zur Kernenergie stehen. Ein Festhalten an dieser Option helfe dem Land, im europäischen Energiemarkt aktiv zu bleiben. Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass eine Rückkehr zur Atomkraft nicht bedeute, Investitionen in erneuerbare Energien zu vernachlässigen.
Zuvor hatte Rösti mit Energieunternehmen, Kantonen und lokalen Behörden über die Krisenvorsorge beraten. Er warnte, dass eine weitere Zuspitzung der Lage mit dem Iran die Befüllung der Gasspeicher bis zum Herbst zu einer großen Herausforderung machen könnte. Zwar stehe die Schweiz derzeit nicht vor einer akuten Energiekrise, doch würden die Entwicklungen genau beobachtet.
Der Minister äußerte zudem Bedenken, dass US-Angriffe auf den Iran eine neue Energiekrise auslösen könnten, falls Lieferketten unterbrochen würden. Seine Aussagen waren Teil einer breiteren Debatte über die Sicherung der Schweizer Energiezukunft.
Der Pariser Kongress markierte einen Wendepunkt: Europäische Führungskräfte überdenken die Kernkraft nun offen. Für die Schweiz bleibt die Balance zwischen Versorgungssicherheit und offenen Optionen zentral. Röstis Worte spiegeln einen vorsichtig-proaktiven Kurs angesichts möglicher kommender Turbulenzen wider.






