ETH Zürich: Professor unter schwerem Mobbing-Vorwurf – doch die Karriere geht weiter
Elias WernerETH Zürich: Professor unter schwerem Mobbing-Vorwurf – doch die Karriere geht weiter
Ein Professor der ETH Zürich sieht sich schweren Vorwürfen wegen Fehlverhaltens gegenüber, darunter abwertende Bemerkungen und Mobbing. Beschwerden von Mitarbeiterinnen beschreiben ein feindseliges Arbeitsklima mit Vorwürfen psychischer Misshandlung und verbaler Angriffe. Die Universität hat zwar Maßnahmen ergriffen, um das Problem anzugehen, doch bleiben Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit solchen Fällen bestehen.
Zu den Anschuldigungen gegen den Professor zählen wiederholte beleidigende Äußerungen wie „Ich hasse hässliche Frauen“ oder „verdammte Schlampe“, die er gegenüber weiblichen Mitarbeitern getätigt haben soll. Ehemalige Doktorandinnen berichteten zudem von unangemessenen Kommentaren zu ihrem Privatleben, darunter Fragen nach ihrer Jungfräulichkeit. Über die verbale Gewalt hinaus soll er seine Position missbraucht haben, indem er Mitarbeiterinnen gegeneinander ausspielte und so eine toxische Arbeitskultur schuf.
2025 zog sich der Professor vorübergehend von der Betreuung von Doktoranden zurück, nachdem es Gespräche mit internen Gremien der ETH gegeben hatte. Im selben Jahr wurde eine neue Mobbing-Beschwerde eingereicht, doch das Meldestelle der Universität kam zu dem Schluss, dass die formalen Beweise nicht ausreichten, um die Vorwürfe zu stützen. Trotz der Anschuldigungen blieb seine Karriere unbeeinträchtigt – später kehrte er nach Abschluss eines Führungsentwicklungsprogramms sogar in eine höhere Position zurück.
Rektorin Sarah Springman erkannte öffentlich das psychische Leid der mutmaßlichen Opfer an. Sie führte Maßnahmen ein, um künftiges Fehlverhalten zu verhindern, doch einige Betroffene benötigen weiterhin professionelle Unterstützung. Eine Überprüfung durch die Meldestelle kritisierte den Umgang der ETH mit komplexen Konflikten und forderte verfahrensrechtliche Änderungen, um ähnliche Fälle künftig besser zu bewältigen.
Die Wiedereinsetzung des Professors in eine Position mit erweiterten Verantwortlichkeiten steht besonders in der Kritik, da einige Opfer ihre Zeit an der ETH als die schwierigste Phase ihrer Karriere beschreiben. Zwar hat die Universität Versäumnisse eingeräumt und Besserung gelobt, doch der Fall zeigt, wie groß die Herausforderungen nach wie vor sind, wenn es darum geht, Fehlverhalten am Arbeitsplatz wirksam zu bekämpfen.






