Erdrutschsieg der KPÖ: Graz wählt kommunistisch – und schreibt Geschichte
Noah WeberErdrutschsieg der KPÖ: Graz wählt kommunistisch – und schreibt Geschichte
Elke Kahr, die 64-jährige kommunistische Bürgermeisterin von Graz, hat ihre Partei zu einem Erdrutschsieg bei den Kommunalwahlen der Stadt geführt. Ihre Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) legte um 35,8 % zu – ein Plus von sieben Prozentpunkten seit 2021.
Die KPÖ dominiert nun die politische Landschaft in Graz. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) landete mit 25,3 % auf dem zweiten Platz, zehn Punkte hinter der KPÖ. Die Grünen erreichten 14,8 %, während die rechtspopulistische FPÖ nach einem Zuwachs von 1,6 Punkten auf 12,2 % kam.
Die Sozialdemokraten (SPÖ) erlitten ein historisches Tief und erhielten nur noch 5,6 % der Stimmen. Mit den Gewinnen der KPÖ stellt die Partei nun drei zusätzliche Sitze im Stadtsenat. Zusammen mit den Grünen verfügen sie damit über eine knappe Mehrheit im Gemeinderat.
Ines Schwerdtner, Co-Vorsitzende der deutschen Partei Die Linke, reiste nach Graz, um Kahr und ihren Spitzenkandidaten Robert Krotzer zu unterstützen. Der Wahlkampf der KPÖ konzentrierte sich auf Themen wie Integrität, bezahlbaren Wohnraum und soziale Sicherheit – Punkte, die bei den Wählerinnen und Wählern stark ankamen.
Die Wahlergebnisse bestätigen den wachsenden Einfluss der KPÖ in Graz. Mit ihrem Fokus auf Bezahlbarkeit und soziale Gerechtigkeit hat sich die Partei an der Spitze der Stadtregierung etabliert. Die neue Zusammensetzung des Gemeinderats wird nun die lokale Politik für die kommende Amtszeit prägen.
