Epstein-Skandal erschüttert Europas Königshäuser bis in die Grundfesten
Hannah BöhmEpstein-Skandal erschüttert Europas Königshäuser bis in die Grundfesten
Skandale um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erschüttern Europas Königshäuser bis ins Mark. Neue Enthüllungen bringen hochrangige Persönlichkeiten – von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit bis zu Großbritanniens Prinz Andrew – mit dem umstrittenen Milliardär in Verbindung. Die Folgen bedrohen nun das Überleben der Monarchien auf dem gesamten Kontinent.
Am unmittelbarsten betroffen ist Norwegens Königsfamilie. Mette-Marit, die Ehefrau von Kronprinz Haakon, taucht über 1.000 Mal in Epsteins Akten auf. Berichten zufolge bat sie ihn um Rat bei der Auswahl von Tapeten mit nackten Frauen für das Kinderzimmer ihres Sohnes. Ihre flirtenden Nachrichten mit Epstein und Aufenthalte in seiner sogenannten „Lolita-Villa“ haben scharfe Kritik ausgelöst.
Ihr Stiefsohn, Marius Borg Høiby – oft als Norwegens „Bonus-Prinz“ bezeichnet –, sieht sich nun Vorwürfen wegen mehrfacher sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen ausgesetzt. Die Anschuldigungen haben das öffentliche Misstrauen vertieft; einige Historiker glauben, dass sich die norwegische Monarchie davon nie erholen wird.
In Großbritannien steht Prinz Andrew weiterhin wegen seiner Verbindungen zu Epsteins Netzwerk in der Kritik. Die Vorwürfe, er sei in den Menschenhandel mit Frauen, darunter Minderjährige, verwickelt gewesen, halten sich hartnäckig. Auch seine Ex-Frau Sarah Ferguson geriet in Erklärungsnot, nachdem Epstein angeblich ihre Schulden beglichen haben soll. Unterdessen versucht König Charles mit Schadensbegrenzung gegenzusteuern – unter anderem, indem er Beziehungen zu Tech-Milliardären wie Jeff Bezos pflegt.
Der Skandal beschränkt sich nicht auf Norwegen und Großbritannien. Schwedens Prinzessin Sofia soll Epsteins schwedische Vertraute, Barbro Ehnbom, in königliche Kreise eingeführt haben. Ehnbom, die als Epsteins „Madame“ galt, wurde sogar damit beauftragt, Hofknigge zu unterrichten. Die Epstein-Akten belasten zudem Royals aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Spanien, Liechtenstein und Monaco.
Jüngere Mitglieder der Königshäuser, die auf Modernisierung drängen, sehen sich blockiert. Die Vorstellung einer schwarzen Königin etwa gilt innerhalb der Windsors noch immer als undenkbar. Kritiker argumentieren, dass diese Widerstandshaltung gegen Veränderung die Monarchien angreifbar macht – und ihr Scheitern unter der Last der Skandale beschleunigt.
Der Fall Epstein hat tiefe strukturelle Schwächen in Europas Königshäusern offenbart. Während Norwegens Monarchie bereits ins Wanken gerät, breitet sich der Reputationsschaden über den gesamten Kontinent aus. Ob diese jahrhundertealten Systeme überleben, hängt nun davon ab, ob sie sich ihrer Vergangenheit stellen – oder riskieren, von der Geschichte überholt zu werden.






