30 June 2026, 00:12

"Energyfish": Schwimmende Strömungsturbine revolutioniert Rhein-Energiegewinnung

Energyminer's River Turbines Exist. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

"Energyfish": Schwimmende Strömungsturbine revolutioniert Rhein-Energiegewinnung

Neue schwimmende Strömungsturbine „Energyfish“ wird im Rhein getestet

Ein neuartiges schwimmendes Hydrokinetik-Kraftwerk namens Energyfish wird derzeit im großen Maßstab auf dem Rhein erprobt. Das von Energyminer entwickelte System soll durch die Nutzung von Fließgewässern kontinuierlich und rund um die Uhr Strom erzeugen. Die erste Großinstallation mit 124 Einheiten läuft derzeit in St. Goar an.

Jede Energyfish-Einheit ist kompakt: 2,8 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,4 Meter hoch bei einem Gewicht von 80 Kilogramm. Sie erzeugt bis zu 6 Kilowatt Spitzenleistung, im Durchschnitt 1,8 Kilowatt. Laut Energyminer kann eine einzelne Einheit jährlich etwa 15 Megawattstunden produzieren, während ein Schwarm von 100 Turbinen rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern könnte – genug für etwa 470 Haushalte.

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Der Hersteller betont, dass die Turbinen bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit betrieben werden können, hochwasserresistent sind und Fische nicht gefährden. Die Installation geht schnell vonstatten: Zehn Einheiten lassen sich nach Genehmigung in etwa drei Tagen einsetzen. Da keine Staudämme, Betonbauten oder schwere Baumaßnahmen nötig sind, gestaltet sich die Genehmigung im Vergleich zu herkömmlichen Wasserkraftprojekten deutlich einfacher. Die gestützten Stromgestehungskosten werden auf 0,08 Euro pro Kilowattstunde geschätzt, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über 20 Jahre.

Flüsse bieten in manchen Regionen eine gleichmäßigere Energiequelle als Sonne oder Wind, unterliegen jedoch saisonalen Schwankungen und wechselnden Wasserständen. Energyminer argumentiert, dass die Energyfish für abgelegene, dieselabhängige Gemeinden in der Nähe starker Strömungen eine praktikable Lösung darstellen könnte. In netzgebundenen Gebieten müsste sie sich hingegen mit anderen lokalen sauberen Energiequellen messen.

Das Projekt in St. Goar markiert die erste Großinstallation dieser Technologie. Bei Erfolg könnte es die Machbarkeit kleiner, modularer hydrokinetischer Systeme für eine stetige Stromerzeugung unter Beweis stellen. Die geringen Installationskosten und die schnelle Inbetriebnahme könnten zudem für abseits gelegene, nicht ans Netz angeschlossene Standorte attraktiv sein.

Quelle