07 June 2026, 22:12

Ein Wahl-Super-Sonntag? Warum Nouripours Plan für bundesweite Landtagswahlen scheitert

Ministerpräsidenten lehnen gemeinsame Landtagswahl-Datum ab

Ein Wahl-Super-Sonntag? Warum Nouripours Plan für bundesweite Landtagswahlen scheitert

Der Vorschlag, alle Landtagswahlen in Deutschland an einem einzigen Tag abzuhalten, hat unter politischen Führungskräften eine Debatte ausgelöst. Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags, brachte die Änderung ins Spiel, um den Dauerwahlkampf einzudämmen. Doch mehrere Ministerpräsidenten lehnen die Idee vehement ab – mit der Begründung, sie könnte den Föderalismus schwächen und die regionale Entscheidungshoheit aushöhlen.

Nouripour von den Grünen argumentierte, das aktuelle System halte die Politik in einem endlosen Wahlkampfzyklus gefangen. Eine Gleichschaltung der Landtagswahlen würde die Fixierung auf Umfragen verringern und Regierungen mehr Spielraum für ihre eigentliche Arbeit geben, so der Politiker. Seine Äußerungen folgten auf die Sorge, dass häufige Wahlen Abgeordnete dazu zwingen, sich auf kurzfristige Kampagnen statt auf langfristige Politik zu konzentrieren.

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Michael Kretschmer, Sachsens CDU-Ministerpräsident, wies den Vorschlag kategorisch zurück. Er warnte, die Missachtung von Wählerunmut bei Landtagswahlen könnte die politische Entfremdung noch verstärken. Zudem bezeichnete er die Debatte als Ablenkung von drängenden nationalen Problemen wie wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialen Spannungen.

Mario Voigt, Thüringens CDU-Regierungschef, betonte, dass Landtagswahlen getrennt bleiben müssten, um den Föderalismus zu wahren. Eine Bündelung an einem Tag würde sie zu einem bundesweiten Votum über die Bundespolitik umfunktionieren – auf Kosten regionaler Themen. Voigt unterstrich, dass Wähler über landesspezifische Belange entscheiden sollten, statt nur auf Bundespolitik zu reagieren.

Gordon Schnieder, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (CDU), äußerte verfassungsrechtliche Bedenken. Gleichzeitige Wahlen könnten zu einheitlichen Mehrheiten in den Ländern führen und so das vorgesehene Machtgleichgewicht stören. Anke Rehlinger, saarländische Ministerpräsidentin, pflichtete dem bei und bestand darauf, dass Landtagswahlen die Zukunft der einzelnen Bundesländer durch lokale Politik gestalten müssten.

Der Plan, die Wahlen zu synchronisieren, stößt bei mehreren Regierungschefs auf massiven Widerstand. Sie argumentieren, er untergrabe den Föderalismus, schwäche den regionalen Einfluss und gehe an den eigentlichen Herausforderungen des Landes vorbei. Vorerst scheint die Idee bei Deutschlands Landesfürsten kaum Chancen auf Umsetzung zu haben.

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