Düngemittelpreise explodieren – Landwirte kämpfen um ihre Ernte in der Aussaatzeit
Lotta BrandtDüngemittelpreise explodieren – Landwirte kämpfen um ihre Ernte in der Aussaatzeit
Deutsche Landwirte kämpfen mit stark steigenden Düngemittelpreisen – just in dem Moment, in dem die Frühjahrsaussaat beginnt. Die jüngste Preisspirale folgt Störungen im globalen Handel und setzt viele Betriebe unter Druck, die sich die dringend benötigten Nährstoffe für ihre Felder kaum noch leisten können.
Die Kosten für wichtige Düngemittel sind im vergangenen Monat drastisch gestiegen. Ammoniumnitrat-Kalk (AHL) kostet mittlerweile 413 Euro pro Tonne – ein Plus von 49 Euro. Noch stärker zugelegt hat granuliertes Harnstoffdünger (Urea), das mit 694 Euro pro Tonne nun 141 Euro teurer ist. Auch Kalkammonsalpeter (CAN) verzeichnet einen Anstieg um 63 Euro und liegt jetzt bei 440 Euro pro Tonne.
Auslöser für den Preisschub sind die angespannte Lage im Nahen Osten und Blockaden in der Straße von Hormus, die Lieferketten massiv beeinträchtigen. Landwirte, die frühzeitig Düngemittel eingekauft haben, sind besser aufgestellt – doch wer nur über begrenzte Reserven verfügt, steht vor schwierigen Entscheidungen.
Wintergetreide, das bereits im Boden ist, braucht weiterhin Nährstoffe, um optimal zu wachsen. Ein Umstieg auf stickstoffeffiziente Alternativen wie Soja kommt jedoch nicht für jeden Betrieb infrage. Um die Folgen der Preiskrise zu erfassen, wurde eine Umfrage gestartet, in der Landwirte berichten sollen, wie sie mit dem Kostenschock umgehen.
Die Düngemittelkrise verschärft den Druck in einer entscheidenden Aussaatphase. Die Bauern müssen nun abwägen zwischen steigenden Ausgaben und der Notwendigkeit, die Ernteerträge zu sichern. Die Ergebnisse der Befragung sollen zeigen, wie die Branche auf die anhaltende Preisschwankungen reagiert.






