Duisburger Innovationslabor: Luxus statt Effizienz – 4,66 Millionen Euro ohne Nutzenanalyse
Lotta BrandtDuisburger Innovationslabor: Luxus statt Effizienz – 4,66 Millionen Euro ohne Nutzenanalyse
Das Duisburger Innovationslabor, geleitet von Kriminaldirektor Klaus Brandner, steht wegen üppiger Ausgaben und fragwürdiger Planung in der Kritik. Ursprünglich mit einem Budget von 250.000 Euro veranschlagt, explodierten die Kosten schließlich auf 4,66 Millionen Euro – ohne dass jemals eine ordentliche Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde. Kritiker hinterfragen, ob solche Ausgaben für eine Polizeieinrichtung gerechtfertigt sind.
Der Sitz des Labors besticht heute durch ein auffälliges Interieur: Einige Bereiche sind im Stil des historischen Bernsteinzimmers gestaltet, ein Konferenzraum wurde in eine Lounge mit samtbezogenen Sesseln und Billardtischen umfunktioniert. Der eigentliche Überwachungsbereich, der als zentraler Operationsstandort gedacht war, liegt dagegen brach – die Technik ist veraltet, ein kaputter Fernseher und ein verschwundener Roboterhund zeugen vom Verfall.
Besucher werden oft persönlich von Brandner empfangen, der ihnen Kaffee aus einer hochwertigen Vollautomatenmaschine serviert. Das Gerät bietet 100 individuelle Einstellungen und brüht Getränke in Barista-Qualität. Brandner verteidigt die luxuriöse Ausstattung des Labors mit dem Argument, sie diene als präventive Maßnahme gegen Korruption.
Trotz der Kontroversen blickt Brandner optimistisch in die Zukunft des Projekts. Sollte die Pilotphase erfolgreich verlaufen, plant er, ähnliche Labore in Polizeidienststellen in Nordrhein-Westfalen (NRW) einzurichten.
Die endgültigen Kosten des Labors lagen damit weit über den ursprünglichen Schätzungen – ohne vorherige finanzielle Prüfung. Während die luxuriösen Elemente für Aufmerksamkeit sorgen, bleibt die operative Effektivität der Einrichtung fraglich. Der Ausgang der Pilotphase wird entscheiden, ob das Modell auf andere Standorte in NRW ausgeweitet wird.






