Dramatischer Anstieg: Über 1.500 getötete Polizisten in Mexiko seit 2022
Lotta BrandtDramatischer Anstieg: Über 1.500 getötete Polizisten in Mexiko seit 2022
Gewalt gegen Polizisten in Mexiko hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Zwischen 2022 und April 2026 wurden bundesweit über 1.500 Beamte auf staatlicher und kommunaler Ebene getötet. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Sinaloa, wo die Zahl der getöteten Polizisten von vier im Jahr 2022 auf 48 bis 2025 angestiegen ist – ein besorgniserregender Anstieg.
In Sinaloa hat sich die Lage rasant verschärft. Allein von Januar bis April 2026 kamen 15 weitere Beamte ums Leben. Dies entspricht einem Anstieg der Tötungsdelikte um 1.100 Prozent seit 2022. Polizisten vor Ort berichten, dass einige Kollegen gezielt angegriffen werden, weil sie mutmaßlich Verbindungen zu kriminellen Organisationen unterhalten, während andere aus Angst vor den Gefahren den Dienst quittieren.
Viele Beamte klagen über mangelhafte Ausstattung: Ihre Standard-Dienstwaffen im Kaliber 9 mm sind den schweren Waffen der Kartelle hoffnungslos unterlegen. Forscher wie Juan Carlos Montero Bagatella argumentieren, dass Reformen innerhalb der Polizei Sinaloas bisher nichts daran ändern konnten, dass die Gewalt der Kartelle ungebremst weitergeht.
Doch nicht nur Sinaloa ist betroffen – auch andere Bundesstaaten kämpfen mit ähnlichen Krisen. Guanajuato verzeichnete zwischen 2022 und April 2026 mit 213 getöteten Polizisten die höchste Zahl, gefolgt von Guerrero mit 130 und Michoacán mit 109 Toten in demselben Zeitraum.
Die steigende Opferzahl unterstreicht die extremen Risiken, denen Mexikos Polizeikräfte ausgesetzt sind. Mit unzureichenden Ressourcen und der anhaltenden Bedrohung durch Kartelle erleiden Beamte in Hochrisikoregionen weiterhin schwere Verluste. Die Daten deuten darauf hin, dass die Gewalt nicht abebbt – im Gegenteil.






