07 June 2026, 14:12

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert Strafen der Kommission

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert Strafen der Kommission

Deutschland verpasst EU-Frist für neue Lohntransparenzgesetze

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Deutschland hat die von der EU gesetzte Frist für die Umsetzung neuer Lohntransparenzregeln verpasst. Stand Montag, dem 10. Juni 2026, verstößt das Land damit weiterhin gegen EU-Recht, das die Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke zum Ziel hat. Durch die Verzögerung drohen nun rechtliche Schritte seitens der Europäischen Kommission.

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz hätte bis zum 7. Juni 2026 in deutsches Recht überführt werden müssen. Doch die Bundesregierung ließ die Frist verstreichen, sodass die Umsetzung nun auf Anfang 2027 verschoben wurde. Dadurch verzögern sich auch die ersten Berichtspflichten für Unternehmen sowie das Recht der Beschäftigten auf Gehaltsinformationen – diese treten frühestens im Juni 2028 in Kraft.

Nach den neuen Vorschriften sollen Arbeitnehmer:innen künftig Anspruch auf durchschnittliche Gehaltsangaben für vergleichbare Positionen haben, aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden müssen zudem regelmäßig über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede berichten. Zudem wird es Arbeitgebern verboten, Bewerber:innen nach ihrem bisherigen Gehalt zu fragen; stattdessen müssen sie von vornherein die Einstiegsgehälter offenlegen.

Der durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohnunterschied in der EU liegt derzeit bei 11,1 %. In Deutschland verdienen Frauen mit 15,6 % weniger pro Stunde im Vergleich zu Männern deutlich mehr als der EU-Durchschnitt – eine der größten Lücken im gesamten Bündnis. Die Europäische Kommission könnte nun ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten, weil das Land die Richtlinie nicht fristgerecht umgesetzt hat.

Die Verzögerung bedeutet, dass Arbeitnehmer:innen in Deutschland länger auf stärkere Lohntransparenz warten müssen. Unternehmen werden ihre Berichtspflichten erst Mitte 2028 erfüllen müssen, während die EU-Kommission wegen der versäumten Frist Strafen verhängen könnte. Die Richtlinie zielt darauf ab, Lohnungleichheit abzubauen, indem Gehaltsstrukturen transparenter werden.

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