07 May 2026, 14:17

"Deutschland steuert auf die Wand zu" – scharfe Kritik von Tunnelbohr-Pionier Herrenknecht

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für das Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg-Gebäude zeigt.

"Deutschland steuert auf die Wand zu" – scharfe Kritik von Tunnelbohr-Pionier Herrenknecht

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden, so der Unternehmer. Seine Kritik richtet sich gegen überbordende Bürokratie, zähe Planungsverfahren und eine Kultur, die er als übervorsichtig, aber gleichzeitig anspruchsvoll beschreibt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das in Schwanau ansässige Unternehmen Herrenknecht ist weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen. Mit rund 5.500 Mitarbeitern hat es an prestigeträchtigen Projekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 mitgewirkt. Trotz dieses Erfolgs betont der CEO, dass er sein Unternehmen unter den heutigen Bedingungen in Deutschland nicht mehr gründen könnte.

Ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich: Ein ähnliches Projekt in Chennai, Indien, erhielt bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung. Herrenknecht macht dafür die „erdrückende Bürokratie“ in Deutschland verantwortlich.

Er übt auch grundsätzliche Kritik an der gesellschaftlichen Haltung im Land und bezeichnet Deutschland als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“. Sein Vorwurf: Das Land liege im „Dornröschenschlaf“ und passe sich zu langsam an den globalen Wettbewerb an.

Herrenknechts Äußerungen spiegeln tiefe Sorgen über die wirtschaftliche und administrative Effizienz Deutschlands wider. Während andere Volkswirtschaften schneller handeln, bremsen hierzulande Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und übermäßige Regulierung den Fortschritt aus. Ohne Kurskorrektur, warnt er, drohe das Land weiter zurückzufallen.

Quelle