03 March 2026, 19:16

Deutschland bleibt globaler Spitzenreiter bei Kreislaufwirtschaftspatenten – doch die Konkurrenz drängt

Eine Buchseite mit einer Maschinenzeichnung und dem Text "Deutsches Patent 977,977" sowie mehreren umliegenden Bildern der Maschine.

Deutschland bleibt globaler Spitzenreiter bei Kreislaufwirtschaftspatenten – doch die Konkurrenz drängt

Deutschland bleibt weltweit führend in Kreislaufwirtschaftstechnologien und hält mit der höchsten Relevanz und Innovationskraft bei Patenten die Spitzenposition. In den vergangenen 15 Jahren wurden deutsche Patente fast 15.000 Mal zitiert – ein klares Zeichen für ihren Einfluss auf globale Fortschritte. Doch diese Vorreiterrolle sieht sich zunehmend starker Konkurrenz aus ostasiatischen Ländern gegenüber, die ihre Patentanmeldungen rasant steigern.

Zwischen 2010 und 2024 wurden weltweit knapp 62.000 Patente für Kreislaufwirtschaftstechnologien eingereicht. Davon entfielen 10.700 auf Deutschland, was einem Anteil von 17 Prozent am globalen Gesamtaufkommen entspricht. Nur die USA lagen mit 14.000 Patenten noch vorn.

Die Stärke Deutschlands liegt sowohl in der Qualität als auch in der Marktwirkung seiner Patente. Deutsche Entwicklungen zählen zu den am häufigsten zitierten – ein Beleg dafür, wie maßgeblich sie zukünftige Innovationen prägen. Besonders im Bausektor hält Deutschland mit einem Anteil von 20 Prozent die meisten Patente für Kreislaufwirtschaft weltweit – mehr als jedes andere Land.

Die Führungsrolle erstreckt sich zudem auf Batterierecycling und zirkuläres Bauen. Große Unternehmen und Forschungszentren treiben die Entwicklung voran: BMW betreibt mechanische Recyclinganlagen in Salching und Parsdorf, während BASF in Schwarzheide eine große kommerzielle Recyclinganlage unterhält. Das PEM-Institut der RWTH Aachen leitet das dreijährige Forschungsprojekt "RECLAIM", das vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Weitere wichtige Akteure sind das Fraunhofer-Forschungsfertigung Batteriezelle FFB, das MEET-Batterieforschungszentrum der Universität Münster sowie Start-ups wie cylib und No Canary. Auch Veolia baut hochmoderne Recyclinginfrastrukturen im ganzen Land aus.

Trotz dieser soliden Basis gerät Deutschlands Vormachtstellung unter Druck. China, Südkorea und Japan melden Patente in einem deutlich schnelleren Tempo an und könnten die führende Position bald einholen.

Der deutsche Kreislaufwirtschaftssektor bleibt zwar globaler Maßstab – mit hohen Zitierraten und einer starken Präsenz in Schlüsselsektoren. Doch das rasante Wachstum der Patentanmeldungen aus Ostasien zwingt das Land, weiter zu innovieren, um seine Spitzenposition zu verteidigen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Deutschland seine Führungsrolle in der Kreislaufwirtschaftstechnologie behaupten kann.