CLARITY Act ebnet Weg für schärfere Krypto-Regulierung in den USA
US-Abgeordnete haben den CLARITY Act vorangebracht – einen bedeutenden Schritt zur Regulierung digitaler Vermögenswerte. Das Gesetz passierte im Juli 2025 mit Unterstützung beider Parteien das Repräsentantenhaus. Nun geht es in den Senat, wo Verhandler noch an zentralen Details feilen, darunter Regeln für Stablecoins und Änderungen bei der Steuerberichterstattung.
Im Mittelpunkt des Gesetzes steht ein Rahmenwerk, das die Aufsicht zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Terminbörsenaufsicht CFTC aufteilt. Zudem führt der CLARITY Act strengere Registrierungspflichten für Handelsplattformen ein und schafft neue Schutzmechanismen für Kunden im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi).
Der CLARITY Act definiert klare Grenzen für die Einstufung digitaler Vermögenswerte. Entscheidend sind dabei Dezentralisierungsgrad, Kontrolle und Netzwerkstruktur – sie bestimmen, ob ein Asset unter die Zuständigkeit der SEC oder der CFTC fällt. Mit der Zeit können Vermögenswerte, die den sogenannten „Reifetest für Blockchains“ bestehen, von der SEC-Regulierung in die Aufsicht der CFTC übergehen.
Zentralisierte Börsen und Intermediäre müssen sich künftig bei der CFTC registrieren lassen. Damit unterliegen sie strengeren Compliance-Vorgaben, darunter Kundenschutzmaßnahmen und Transparenzpflichten, die denen der traditionellen Finanzwelt entsprechen. Zudem erweitert das Gesetz die Steuerberichterstattung: Broker sind verpflichtet, detailliertere Meldungen über das neue Formular 1099-DA an das US-Finanzamt IRS zu übermitteln.
Im Senat laufen noch Verhandlungen, mit besonderem Fokus auf die Regulierung von Stablecoins. Senatorin Cynthia Lummis spielt eine Schlüsselrolle bei der Ausgestaltung des Gesetzestextes und der Sicherung der überparteilichen Zusammenarbeit. Ein weiterer Bestandteil, der Blockchain Regulatory Certainty Act, bietet rechtlichen Schutz für nicht-verwahrende Entwickler, die in dezentralen Protokollen arbeiten – vorausgesetzt, sie erfüllen bestimmte Auflagen.
Die Verabschiedung im Repräsentantenhaus markiert einen Wendepunkt für die Krypto-Regulierung in den USA. Wird der Senat zustimmen, könnte das Gesetz die Aufsicht, Besteuerung und den Handel mit digitalen Vermögenswerten neu definieren. Börsen, Entwickler und Investoren müssen sich auf höhere Compliance-Anforderungen einstellen – erhalten dafür aber klarere rechtliche Rahmenbedingungen.






