Bundesregierung plant Rentenreform: 30 Milliarden Euro für deutsche Investitionen pro Jahr
Lotta BrandtBundesregierung plant Rentenreform: 30 Milliarden Euro für deutsche Investitionen pro Jahr
Die deutsche Bundesregierung erwägt die Einführung eines neuen, staatlich geförderten Rentensystems, um Investitionen in inländische Projekte zu stärken. Dem Vorschlag zufolge sollen die monatlichen Rentenbeiträge um zwei Prozentpunkte erhöht werden. Bundeskanzler Friedrich Merz geht davon aus, dass dadurch jährlich mindestens 30 Milliarden Euro für Wachstumsfinanzierungen in Deutschland generiert werden könnten.
Im Rahmen des neuen Systems könnte die Bundesregierung indirekt auf Hunderte Milliarden Euro über die Rentenversicherungsträger zugreifen. Merz schlägt vor, diese Gelder in den deutschen Kapitalmarkt und in Unternehmensbeteiligungen im Inland zu lenken. Zudem nannte er mögliche Einsatzgebiete wie die Finanzierung der Rüstungsindustrie, die Kapitalisierung der Deutschen Bahn oder die Förderung weiterer politisch unterstützter Vorhaben.
Der MSCI-World-Index, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine durchschnittliche Jahresrendite von 8 Prozent erzielte, könnte als Leistungsbenchmark für den Rentenfonds dienen. Allerdings stößt der Plan auf scharfe Kritik von FDP-Chef Wolfgang Kubicki. Er bezeichnete die Idee, Rentenbeiträge für Industriepolitik zu nutzen, als „reinen Wahnsinn“ und argumentierte, das Kapital müsse verantwortungsvoll und ohne politische Einmischung in globale Märkte investiert werden.
Auch SPD-Minister könnten indirekt auf die Mittel zugreifen und sie etwa in Infrastrukturprojekte oder die Förderung von Start-ups lenken. Ziel des vorgeschlagenen Systems ist es, erhebliche Summen in deutsche Wachstumsinitiativen zu kanalisieren. Sollte es umgesetzt werden, könnte es die Nutzung von Rentenbeiträgen für nationale Investitionen grundlegend verändern. Kritiker warnen jedoch vor den Risiken, die mit einer politischen Steuerung solcher großen Geldmengen verbunden sind.
