13 March 2026, 22:17

Buchhandlungspreis: Ver.di wirft Minister Willkür und Intransparenz vor

Ein Stapel Bücher mit dem Titel "Zukunft der Demokratie" mit Text und Bildern von Menschen auf den Umschlägen, auf einer weißen Oberfläche plaziert.

Buchhandlungspreis: Ver.di wirft Minister Willkür und Intransparenz vor

Die Gewerkschaft ver.di hat die Entscheidung von Kulturminister Wolfram Weimer, drei Buchhandlungen von der Shortlist des Deutschen Buchhandlungspreises auszuschließen, scharf kritisiert. Der Schritt löst Besorgnis über kulturelle Freiheit und Transparenz im Auswahlverfahren aus. Zu den betroffenen Buchhandlungen gehören Rote Straße in Göttingen und The Golden Shop.

Weimer begründete die Ausschlüsse mit "verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen". Konkrete Belege oder Details, die diese Behauptung stützen, wurden jedoch nicht vorgelegt. Weder der Minister noch das Bundesamt für Verfassungsschutz erläuterten, welche Erkenntnisse genau zur Entscheidung führten. Das Bundesverfassungsgericht hatte ähnliche Datenweitergaben in der Vergangenheit für rechtswidrig erklärt.

Andrea Wemheuer, Leiterin des ver.di-Landesbezirks, bezeichnete die Entscheidung als "katastrophal" und warnte vor einer zunehmenden Willkür. Sie argumentierte, solche Maßnahmen schüfen ein Klima der Angst, in dem eine freie Entfaltung von Kultur unmöglich werde. Wemheuer betonte zudem die Rolle von Buchhandlungen als unverzichtbare Orte des kulturellen Austauschs und der Debatte.

Ver.di zeigte sich solidarisch mit den betroffenen Buchhandlungen und begrüßte die Unterstützung aus der Verlags- und Buchhandelsbranche.

Der Ausschluss der drei Buchhandlungen bleibt wegen mangelnder Transparenz umstritten. Da aus Weimers Ministerium keine klare Begründung vorliegt, stellen sich weiterhin Fragen zur Fairness des Verfahrens. Die Entscheidung hat Branchenvertreter in der Verteidigung kultureller Freiheit und unabhängiger Buchhandlungen vereint.

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