29 January 2026, 04:31

BGH-Urteil: Darf ein Makler für rassistische Diskriminierung bei der Wohnungssuche haften?

Ein altes Buch mit dem Titel "Z.D. Nürnberg, Deutschland, 1791" mit einem Stempel der ersten Auflage und handgeschriebenem Text auf dem Papier.

BGH entscheidet über die Haftung von Immobilienmaklern bei Diskriminierung in der Wohnungsuche - BGH-Urteil: Darf ein Makler für rassistische Diskriminierung bei der Wohnungssuche haften?

Bundesgerichtshof entscheidet in Grundsatzurteil über Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Diese Woche wird Deutschlands höchstes Zivilgericht ein richtungsweisendes Urteil zur Diskriminierung bei der Wohnungssuche fällen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe muss klären, ob ein Immobilienmakler für rassistische Vorurteile bei der Wohnungsvermittlung haftbar gemacht werden kann. Im Mittelpunkt des Falls steht eine Frau mit pakistanischen Wurzeln, die unter ihrem echten Namen wiederholt abgewiesen wurde, unter einem deutsch klingenden Pseudonym jedoch problemlos Besichtigungstermine erhielt.

Der Streit begann, als die Frau aus Hessen mehrere Wohnungen unter ihrem tatsächlichen Namen bewarb – und jedes Mal eine Absage erhielt. Als sie dieselben Unterlagen unter dem Namen Julia Schneider einreichte, erhielt sie umgehend Einladungen zu Besichtigungen. Das Landgericht Darmstadt wertete dies bereits als klaren Beweis für Diskriminierung und sprach ihr 3.000 Euro Schadensersatz zu.

Der BGH verhandelte den Fall im Dezember, bestritt jedoch nicht, dass eine Diskriminierung stattgefunden hatte. Stattdessen verschob sich der Fokus auf die Frage der Verantwortung: Muss der Makler, der die diskriminierende Auswahl ermöglichte, für die Benachteiligung mit haften – oder liegt die alleinige Schuld bei den Vermietern, die die endgültigen Entscheidungen trafen?

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Rechtsexperten zufolge könnte das Urteil Maßstäbe setzen, wie künftig Diskriminierungsklagen im deutschen Wohnungsmarkt behandelt werden. Die Verkündung ist für Donnerstag, 8:45 Uhr, angesetzt. Erwartet wird, dass das Gericht die Pflichten von Vermittlern bei der Verhinderung rassistischer Vorurteile präzisiert.

Die Entscheidung des BGH wird darüber entscheiden, ob Immobilienmakler künftig strengere Maßnahmen ergreifen müssen, um Diskriminierung in Mietverfahren zu verhindern. Falls die Haftung auf Makler ausgeweitet wird, könnte der Fall die Abwicklung von Wohnungsbewerbungen bundesweit verändern. Zudem wird das Urteil Auswirkungen auf künftige Entschädigungsansprüche von Opfern rassistischer Benachteiligung bei der Wohnungssuche haben.