Belarus: Staatliche Läden verkaufen Produkte aus Zwangsarbeit politischer Häftlinge
Elias WernerBelarus: Staatliche Läden verkaufen Produkte aus Zwangsarbeit politischer Häftlinge
Staatliche Handelsketten in Belarus geraten wegen Verkaufs von Häftlingsware in die Kritik
Ein vom Staat betriebener Einzelhandelskonzern in Belarus steht in der Kritik, weil er Waren verkauft, die von Gefangenen – darunter auch politischen Häftlingen – hergestellt werden. Die Läden, die vom Strafvollzugsdienst betrieben werden, bieten Möbel, Dekorationsartikel und Souvenirs zu Niedrigpreisen an. Einige Kundinnen und Kunden verurteilen die Praxis und verweisen auf die Zwangsarbeit hinter den Produkten.
Die Kette umfasst sowohl stationäre Geschäfte als auch einen Online-Shop. In einer Filiale in Babruysk in der Schynnaja-Straße 13 werden unter anderem eine hölzerne Adlerfigur für 80 Rubel und eine globusförmige Uhr zu einem ähnlichen Preis angeboten. Grills sind bereits ab 16 Rubel erhältlich, während Kleiderschränke unter 400 Rubel kosten. Auch Gemälde werden für jeweils 137 Rubel verkauft.
Die Gefangenen in Belarus – darunter politische Häftlinge – stellen diese Waren für einen minimalen Lohn her. Der bekannte politische Gefangene Viktar Babaryka erhielt anfangs nur 1,60 Rubel pro Monat für seine Arbeit. Nicht-politische Inhaftierte können durch die Abführung eines Teils ihres Lohns an Entschädigungszahlungen ihre vorzeitige Entlassung erwirken.
Ein kürzlich erschienener Blogbeitrag, der den Laden lobte, löste Empörung aus. Kritiker wiesen auf die ethischen Bedenken hin, die mit der gewinnorientierten Vermarktung von Zwangsarbeit in Haft einhergehen – insbesondere, wenn politische Gefangene dafür kaum eine Vergütung erhalten.
Trotz der Kontroverse bleibt die Handelskette in Betrieb. Die Preise liegen weiterhin deutlich unter dem Marktniveau. Die Debatte über den Verkauf von Häftlingsware hält an, während die Läden für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.






